Freitag, 3. April 2020

Wie viel Angst sollte man haben?

Zur Zeit erlebe ich eine zunehmende Gereiztheit in meinem Umfeld im Bezug auf die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Coronakrise.

Ja auch ich bin zunehmend genervt, weil ich in unserer Klinik rumsitze, wir alles leergeräumt haben, sich aber bisher gerade mal ein Coronapatient zu uns verirrt hat, dem es allerdings somatisch recht gut ging.

Ansonsten, völlige Stille an der Corona-Front. Es wirkt fast so als wolle der große Coronakrieg ausfallen.

Da wir selbst Monate nach dem Pandemiebeginn in Wuhan eigentlich immer noch nichts über SARS-CoV-2 wissen, frage ich mich, wie viel Angst man eigentlich haben sollte?

Anfangs habe ich nur die Zahlen in diesen Live-Tickern und den interaktiven Karten gelesen. Da kann es einem schon Angst und Bange werden. Stand heute haben wir 1122 Tote in Deutschland die dem Coronavirus zugerechnet werden und 85903 Infizierte. In Deutschland sind gestern über 100 Menschen an Corona verstorben. Was sagt uns das jetzt? Sagt das wirklich aus, dass deutlich mehr als 1% aller Coronakranken sterben? Nein sagt es nicht. Und die offiziellen Zahlen die noch Lethalitätsraten von 3,3 bis 7,7 Prozent werten sind definitiv völlig überzogen, sofern man sie auf die Gesamtbevölkerung bezieht.
Auch klingen 1122 Tote in drei Wochen sehr bedrückend, doch wenn man sich klar macht, dass in Deutschland jeden einzelnen Tag rund 2600Menschen an, Unfällen, Schlaganfällen, Herzinfarkten, Influenza oder Nierenversagen, Diabetes oder sonst was sterben, dann relativiert sich das etwas.  


Prof. John Ioannidis, ein ausgemachter Könner auf dem Gebiet der Statistik und Gesundheitswissenschaft, schrieb in einem Artikel vom 17.März, das wir bisher keine verlässlichen Daten im Bezug auf die Epidemiologie des Covid19 haben. Wir wissen nicht wir schnell es sich ausbreitet, wie viele schwere Verläufe es gibt und wie viele Fälle am Ende letal verlaufen. Das liege daran, dass in keinem Land der Welt flächendeckend getestet werden kann, weil überall die Testkapazitäten unzureichend sind. Hinzu kommt, dass der Test nicht besonders sensitiv ist, weswegen auch die Empfehlung ist mehrfach und mit zeitlichem Abstand zu testen. So wie es auch bei der Bundeskanzlerin passiert ist.

Wir können also nicht sagen, ob wir bei unseren 85903 Infizierten schon alle dabei sind oder ob wir vielleicht in Deutschland schon 40 Millionen Infizierte haben, die nur bisher nicht getestet wurden. Könnte aber auch sein dass wir wirklich bisher nur 85000Infizierte haben. Kurz und deutlich: Wir wissen es nicht. Keiner weiß es.

Was man eigentlich tun müsste, wäre eine gezielte Untersuchung zu machen. 20000 Leute, am besten in einer Stadt, keiner geht rein, keiner geht raus und man schaut über 14 Tage bei normalem Lebensalltag wie viele nach 7, nach 14 Tagen und nach 21 Tagen positive Testergebnise zeigen, wie viele krank geworden sind und wie viele verstorben sind.

Ioannidis führt aus, dass die einzige halbwegs sinnvolle Untersuchung von dem Kreuzfahrtschiff Diamnond Princess kommt, von 3700 Passagieren an Bord zuzüglich Besatzungsmitgliedern waren, gab es am Ende 700 Infizierte und davon 7 Tote registriert worden. Das wäre eine Sterblichkeit von ziemlich genau 1 Prozent. Das ist immer noch recht hoch, aber Ioannidis gibt zu bedenken, dass wir nicht wissen was das für Probanden in den Studie waren? Teilnehmer einer Kreuzfahrt sind nicht unbedingt für ihre Jugend bekannt. Sind Teilnehmer an einer Kreuzfahrt eher kern gesund, oder eher gesunde Leute mit hier und da einer chronischen Vorerkrankung. Außerdem sind 3700 Teilnehmer ein sehr, sehr kleiner Datensatz.  


Außerdem wissen wir nicht ob es auf dem Schiff auch Infizierte ohne Krankheitssymptome gab. So wie wir deren Anzahl auch in unserer Bevölkerung nicht abschätzen können.  

Am Ende schätzte Professor Ioanndis die Sterblichkeit des SARS-Covid-2 auf 0,05 bis 1,0%, also doch eher gering. Diese Zahl habe ich gleich erstmal meiner Mutter geschickt, die auch nicht mehr aus dem Haus geht.

Zu einer weiteren interessanten und beruhigenden Überlegung kam ich bei der Lektüre von Wodarg.com, der Internetseite des Dr. Wolfgang Wodarg. Es wird auf alle Medien berichtet, dass Covid-19 vor allem ältere Menschen betrifft, dass aber bei 80-85% eher milde Erkrankungssymptome auftreten. Das ist für mich das Hauptargument, dass wir es hier nur mit einem unbekannten, aber für die Menschheit keineswegs neuen Virus zu tun haben.

Was passiert, wenn ein völlig neues Virus auf eine absolut immunologisch naive Bevölkerung trifft, haben wir gesehen, wenn zum Beispiel bisher unkontaktierte Völker eben doch von Wissenschaftlern und Reportern kontaktiert wurden. Dazu gibt die Seite survivalinternational.de Auskunft. In den frühen 80er Jahren starb rund die Hälfte aller Nahua, einem indigenen Volk in Peru an den Folgen Infekten die durch ein Team von Ölbohrungsexperten eingeschleppt wurden. Das ist kein Einzelfall, denn das gleiche Schicksal traf rund die Hälfte aller Murunahua in den 1990er Jahren, nach einem Kontakt mit illegalen Mahagoniholzfällern. Auch die Zo’e in Brasilien starben reihenweise nach man versucht hatte sie zum Christentum zu missionieren.

So sieht es aus wenn ein „Killervirus“ auf einen immunschutzlose Gesellschaft trifft. Unsere Immunsysteme kennen Coronaviren schon sehr lange. Nun, soll mein Text nicht zur Leichtfertigkeit anregen. Nur Angst sollte man eben nicht davor haben.


Ich sehe dass in etwa so wie die Wette von Blaise Pascal. Wenn wir glauben, es ist ein Killervirus und alle Hygienemaßnahmen (Abstand, Masken, dauernde Desinfektion) anwenden, kann sich hinterher zeigen, dass es entweder ein Killervirus war und wir uns dadurch geschützt haben, oder dass es kein Killervirus war und wir uns für ein paar Monate eher unnützen Hygienemaßnahmen unterworfen haben. Sollten wir es aber auf die leichte Schulter nehmen und nichts tun, dann können wir im besten Fall feststellen, dass wir Recht hatten und es eben kein Killervirus war. Im schlechtesten Fall aber ist es ein Killervirus und wir werden alle dahingerafft. Und darum sage ich: Achtet auf Hygiene, desinfiziert Euch, wascht die Hände, haltet Abstand zueinander, so wie man es in jeder Grippe-Saison auch tun sollte, aber hört auf mit dieser wahrscheinlich völlig überzogenen Panik!


Und solange wir die Auswirkungen eines längeren Lockdowns nicht kennen, sollten wir sehen ob wir es nicht mit den konventionellen Hygieneregeln hinbekommen.

Dienstag, 31. März 2020

Verantwortung und Haltung, Kollegen!


In diesem Post richte ich mich explizit an meine Kollegen aus der Epidemiologie und der Virologie, sowie die Vertreter der Presse und werde die Übernahme von Verantwortung und den Bezug einer eigenen gesellschaftskonformen Haltung anmahnen.

Aktuell beschäftigt uns alle die Pandemie des als CoVid19 bezeichneten Virus. Ich kann als Ärztin nicht verstehen zu welchen verheerenden Maßnahmen Mediziner aktuell raten und welche schädlichen Regelungen Politiker zur Zeit erlassen. Ich kann als Staatsbürgerin nicht akzeptieren wie dramatische die Grundrechte aktuell gerade beschnitten werden und ich kann als Mutter nicht hinnehmen, dass mein Sohn abends auf dem Sofa sitzt und sagt: „Mama, ich habe Angst vor dem Coronavirus!“

Um es vorweg zu nehmen: Ich vermute keine Weltverschwörung hinter dem derzeitigen Phänomen einer (aus meiner Sicht) Massenpanik. Es war weder Greta, noch die Bilderberger, kein neoliberaler Zeitgeist, keine Vertuschungsaktion der Regierung oder des IWF, Bestimmt waren es nicht „die Juden“ und auch nicht die Chinesen selbst. Es sind einfach zahlreiche Faktoren aus Bestrebungen, Interessen und Gegebenheiten, sowie ein gehöriger Teil selektive Wahrnehmung die dafür sorgen dass wir aktuell die Situation haben die wir haben.

Einige kritische ärztliche Kollegen haben durchaus Recht mit ihrer Behauptung, dass wir bisher nicht viel über das Covid19 wissen. Was wir wissen ist, dass im Dezember 2019 durch den inzwischen verstorbenen Arzt Li Wenliang in Hubai in China vor einem Virus warnte, dessen RNA bisher nicht bekannt war und das im Verdacht stand mehrere schwere akute Atemwegserkankungen, (hier Lungenentzündungen) ausgelöst zu haben. Nach einigem politischen Hin-und-her wurde ab dem 31.12.2020 die WHO über das gehäufte Auftreten von Pneumonien mit unbekannter Ursache in Wuhan informiert.

Das Virus verbreitete sich schnell. Ein Labor der Charité Berlin hatte das Glück einen Hausinternen Test zu besitzen, der dieses neue Virus detektieren konnte und bekam von der WHO den Zuschlag das dieses Testkit als offizielles Nachweisinstrument eingesetzt werden sollte. Also wurde eifrig getestet was vorher nie getestet wurde.  Coronavieren waren bis auf die SARS Epidemie und das MERS-Ereignis völlig uninteressant für die die Forschung gewesen und liefen halt so neben den Influenzakeinem A und B, den Rhinoviren und den RS-Viren so mit.

Durch die neue Testaktivität bekamen wir erstmalig einen Einblick wie weitläufig die Welt für das CoVid19 bereits geworden war. Aber nur weil ein Virus verbreitet ist, ist es noch lange kein Killervirus. Ebola war ein Killervirus, das Ebolavirus war hoch pathogen! Wie pathogen Covid19 ist, weiß kein Mensch. Da in China anfangs die schwerstbetroffenen Patienten auf Covid19 untersucht wurden war die Letalität entsprechend zu hoch angegeben, da die symptomlosen Infizierten gar nicht berücksichtigt wurden.

Hier darf man so langsam wirklich auf Deutschland schauen. In Deutschland werden laut Prof. Dorsten rund eine halbe Million CoVid19-Testungen pro Woche durchgeführt, so viel wie in keinem anderen Land. Das und nur das erklärt unsere bisher so vergleichsweise geringen Opferzahlen. Wir sind das einzige Land weltweit was so intensiv testet und damit auch viele Infizierte erfasst die keine Krankheitssymptome zeigen. Die Letalität von CoVid19 kann bis zum Ende der Pandemiewelle angegeben leider nur geschätzt werden, da eben längst noch nicht alle Fälle in die Rechnung einbezogen werden können und und die Fälle die bekannt sind noch nicht alle bis zum Ende (Gesundung oder Versterben)  beobachtet werden konnten. Weiterhin hat keiner auf der Welt eine Ahnung wie viele die Infiziert waren inzwischen wieder gesund sind. In meinem Krankenhaus haben wir bisher keinen einzigen CoVid19-Toten und auch die Zahl der erkrankten hält sich echt sehr im Rahmen. Aktuell, habe ich im Spiegel gelesen dass nur 0,3% der Infizierten verstorben sind, wobei diese Zahl nicht als gesichert angesehen werden kann. So wenig wie die Schätzungen von 5,5 oder gar 7,7% aus derAnfangszeit des Covid19 in Wuhan.

Auf Wikipedia kann man lesen, dass das neue Coronavirus eher weniger Pathogen ist als die spanische Grippe von 1918, aber dafür wahrscheinlich deutlich infektiöser. Insgesamt ist des Virus aber trotz aller Statistik nur ein Virus und hat nicht plötzlich völlig neue Fähigkeiten. Ich habe in meinem Studium noch gelernt, eine Grippe dauert ohne Arzt sieben Tage und mit Arzt nur noch 1 Woche. Man kann also nichts gegen eine Viruserkrankung machen. Da die Viren keine eigenen Reproduktionsmechanismen besitzen, so wie z.B. Bakterien. Darum kann man gegen Bakterien auch Antibiotika geben, gegen Viren aber nicht. Wohlgleich es einige zugelassene Virostatika gibt die auch gegen jeweils ganz spezifische Viren helfen. Alledings ist die Wirkungsweise immer sehr spezifisch an die RNA eines Virus gekoppelt und so können die meisten Virustatika nur gegen ein bestimmtes Virus eingesetzt werden, wohingegen Antibiotika meistens viele verschiedene Bakterienarten treffen.

Jetzt haben wir also die Situation, dass wir unter allen Grippeviren ein neues haben. Wobei der Kollege Wodarg zu Recht darauf hinweist, dass wir nicht wissen ob es wirklich neu ist, weil wir es noch nie vorher beobachtet haben. Es ist also denkbar, dass Covid19 schon seit Jahrhunderten da ist, wir es bisher nur nicht erfassen konnten.

Man stelle sich nur mal vor, man habe einen Test entwickelt mit dem Eltern Alkohol in festen Lebensmitteln nachweisen können. Das hat bisher niemanden interessiert. Man weiß doch wo Alkohol drin ist und wo nicht, oder? Nun weist aber jemand mit diesem Test nach, dass in irgendeiner Süßigkeit, wenn sie länger gelagert wird, Spuren von Alkohol auftreten. Alle wissen das Alkohol für Kinder schädlich ist. Auch für Schwangere und ungeborenes Leben ist Alkohol eine Katastrophe! Alle Menschen mit Kinder, alle Schwangeren und alle Menschen mit Kinderwunsch würden diesen Test haben wollen. Und die Firma die so einen Test herstellen kann wird ihn unbedingt verkaufen wollen. Natürlich! Schließlich hat ein Unternehmen viel Geld investiert um diesen Test zu entwickeln und hat natürlich eine unternehmerisches Interesse dass das mühsam entwickelte Produkt auch gekauft wird. Das trifft auch für virologische Labore zu, die PCR-Tests für bestimmte Virenarten entwickeln.

Wie aber kriegt man die ganzen Eltern und Schwangeren dazu dass sie so einen Test auch kaufen wollen?  Wenn die Firma denen sagt: „Also Eltern passt mal auf, wir haben hier einen ganz neuen test, der kann eure Kinder davor schützen ausversehen Alkohol zu sich zu nehmen.“ Dann sagen die Eltern: „Ist ja sehr interessant, aber die letzten 10000 Jahre ist aus den Kindern auch was geworden und die sind auch nicht alle verkrüppelt.“

Nein, man braucht ein einleuchtenderes Argument. Wie zum Beispiel: „Jedes Jahr 1 Million schwer behinderte Kinder durch unbemerkten Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und im Kleindkindalter!“ und zwar auf der Titelseite der Bild, dem Spiegel oder auf der Eingagsseite von GMX.

Genau das passiert gerade mit dem Covid19. Wir sehen Bilder von hecktischen Menschen die beatmete Menschen reanimieren, Krankenhausflure auf denen links und rechts Betten am Rand stehen. Militärlastwagen die Särge abtransportieren. Medien brauchen Nachrichten um sie verbreiten zu können, dazu sind sie da und je schlimmer die Nachricht ist umso besser kann man sie verbreiten. Das ist ein völlig normaler Mechanismus. Und wenn man die vielen berichte um Covid19 mal sehr genau liest, so werden in vielen Fällen nur die schlimmsten Szenarien genannt. Ein Beispiel aus dem von mir sehr geschätzten Deutschlandfunk. Die Meldung war: „Die Folgen der Coronakrise könnten Deutschland bis zu einer halben Billion Euro kosten.“ Es wird stets nur mit den schlimmsten Szenarien hantiert. Wer aber eine vernünftige und Verantwortungsbewusste Berichterstattung machen möchte der gibt bei sowas Zahlenräume an. So könnte die Meldung auch lauten: „Die Kosten für die Eindämmung des Coronavirus werden Deutschland mindestens 2 Milliarden Euro kosten, manchen Einschätzungen sehen aber auch weit höhere Kosten bis zu einer halben Billion Euro auf das Land zukommen.“ Hier erwarte ich von den Medienvertretern, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft besinnen und Paniknachrichten vermeiden und ruhig und sachlich verlässliche Quellen zitieren und Spekulationen unterlassen.

In jedem Fall muss eine Denunzierung von Kritikern unterbleiben! Neulich entdeckte ich Artikel mit der Überschrift: „Die wirren Thesen des Wolfgang Wodarg.“ Der Mann ist ehemaliges Bundestagsmitglied, er ist Facharzt und immer noch promoviert! Er hat es verdient, dass man ihn mit Respekt behandelt und ihn nicht als grenzdebilen Volltrottel darstellt. Selbst wenn er mit seinen Überlegungen völlig daneben liegt, ist eine Demokratie nur so gut, wie sie auch bereit ist Kritik auszuhalten. Es ist immer noch der selbe Dr. Wolgang Wodarg, der 2009 noch mit „Die Profiteure der Angst“ auf dem intellektuellen Kultursender Arte ausgestrahlt wurde, als er darauf hingewiesen hat dass die Schweingerippe ( „gefährlichste Pandemie aller Zeiten“) sich als ein der leichtesten Grippewellen seit Menschengedenken heraus gestellt hat, aber findige Pharmaunternehmen Milliarden am Verkauf von Impfstoffen verdient haben.

Nun zu dem Politikern. Ist Euch aufgefallen, wie viele Staaten jetzt hinter vorgehaltener Hand mit totalitären Regierungsmechanismen liebäugeln? China konnte Corona nur so schnell besiegen durch drakonische Ausgangsperren. Menschen sollen in ihrem Wohnungen eingeschlossen worden sein, erzählte mir vorgestern ein Kollege. In der westlichen Welt wo überwiegend demokratische Regierungen arbeiten, ist so eine Pandemie natürlich ein riesen Problem. Sobald ein Regierungschef nichts macht und es kommt zu Toten, wird man die Regierung dafür verantwortlich machen und sie abstrafen. Als Regierung kann man aktuell nur über drastische Maßnahmen die eigene Abwahl abwenden. Geht am Ende alles glimpflich ab, hat die Regierung alles richtig gemacht. Wird es schlimm, hat die Regierung auch alles richtig gemacht, dann war das Virus einfach zu gefährlich. Die Regierung MUSS so dramatische Einschränkungen treffen. Das kann man ihr so wenig verübeln wie man den Medien verübeln kann, dass sie dramatische Nachrichten melden wollen und so wie man den Virologen nicht verübeln kann dass sie ihre Testkits verkaufen wollen und die Pharmaunternehmen ihre Medikamente.

Auf der anderen Seite, habe ich gerade einen Streit mit einer krankenkasse hinter mir. Es ging um einen alten Mann von 79 Jahren. Er hat eine schwere Demenz und wurde bisher von deiner Frau versorgt bis diese plötzlich verstorben ist. Die Angehörigen sind berfustätig. Pflegeheime nehmen aktuell kaum noch Menschen auf. Ihn für 8 Wochen bei uns in der Klinik zu lassen würde vielleicht grob überschlagen  20000€ kosten. Die Krankenkasse, sagt mir, dass ich diesen Mann umgehend entlassen soll und dass es keine medizinische Begründung gibt ihn länger in einem akuten Krankenhaus zu behalten. Das heißt dieser Mann ist genau die Zielgruppe der „Alten“ die wir gerade durch all diese Maßnahmen vor Corona schützen wollen und dafür die gesamte Weltwirtschaft in die Binsen reiten. Milliarden Hilfspakete für Unternehmen und Selbstständige, aber kein Geld für dementen Opa?

In unserer Klinik herrscht ein Stop für geplante Aufnahmen. Es gibt keine geplanten Operationen mehr. Alles wird vorgehalten für den Sturm der Coronapatienten die bald noch kommen werden. Erst hieß es, wir sind 14 Tage hinter Italien. Jetzt sind wir 14 Tage weiter und wir haben keine Zustände wie in Italien. Die Intensivkapazitäten sind nicht erschöpft. Angeblich soll es nun Mitte Mai soweit sein, dass wir an unsere Kapazitäten kommen. Ich sitze hier in meinem Dienstzimmer und warte gespannt. Allein mir fehlt der Glaube.

Dafür war gestern di erste Frau, die von ihrem Mann verprügelt wurde. Beide waren betrunken und zwischendrin die Kinder. Alles in einer winzigen Wohnung. Politiker werden mit dem Druck nicht ferig und suizidieren sich. Existenzen werden innerhalb weniger Tage pulverisiert. Zwei Familienangehörige haben in der letzten Woche ihre Arbeit verloren und wissen nicht wie sie ihre Miete zahlen sollen oder die Schulsachen für die Kinder. Meine tagesklinischen Patienten haben Angst. Ich muss meinen Sohn abends nach der Arbeit in Heimarbeit unterrichten. Ich hoffe nur, dass niemand auf die Idee kommt das nach der Coronakrise als Dauermodel zu übernehmen und dem Staat die Kosten für die Grundschule zu sparen.

Aber auch ich versuche von der Coronakrise zu profitieren. Ich wollte kürzlich meine Ersparnisse in einem Aktienfond anlegen. Da warte ich aktuell mal lieber ab. Ich will die Boom-Jahre die nach der Krise kommen mitnehmen. Vielleicht kann ich auch noch einen Bereitschafstdienst extra machen. Aber wenn selbst ich als Einzelne versuche von der Krise zu profitieren, wie will ich es dann Unternehmen, Politikern und Medien vorwerfen, dass sie dasselbe versuchen?

Darum geht das alles nur über Selbstdisziplinierung und dadurch dass man zur eigenen Haltung steht! Meine Aufgabe als Ärztin ist es meine Patienten nach besten Wissen und Gewissen über die Corona-Pandemie aufzuklären und ihnen zu zeigen wie sie sich gegen Infektionen sinnvoll schützen können.     

Ich erwarte dafür aber von meinen Kollegen aus der Virologie, dass sie greifbare Konzepte entwickeln mit einem ordentlichen Zeitplan. Ich erwarte von der Politik dass sie dieses Konzept dann hinreichend gut kommuniziert und ich erwarte von den Medien, dass sie endlich aufhören alles breit zu plärren was irgendein mehr oder weniger qualifizierter Experte in irgendein Mikrofon gemurmelt hat!     

Die Folgeschäden das aktuellen „Lockdown“ werden um ein vielfaches verheerender sein als die Pandemie selbst und in einem Land indem ich von früh bis abends von krankenkassen als Ärztin dazu angehalten werden mögliche Therapiebegrenzungen bei einzelnen, schwerkranken Patienten zu erwägen, ist es keinesfalls unethisch auch im Bezug auf die ganze Nation über eine Therapiebegrenzung nachzudenken.

Wir haben eine Verantwortung und zwar nicht nur die, 1,5 bis 2m Abstand einzuhalten.

In diesem Sinne

Eure Cori  

Mittwoch, 18. März 2020

SL und viele Avatare

Vor, puh einigen Monaten war ich mal wieder in SL. Es ist sonderbar, dass ich seit locker drei Jahren einen echten Widerwillen verspüre überhaupt online zu gehen. Das liegt sicher daran, dass mein Computer einfach mal alt geworden ist und ich mich in SL kaum bewegen kann.


Jedenfalls muss ich jedes mal, wenn ich mich mal einlogge, erst mal einen neuen Viewer installieren weil der alte nicht mehr akzeptiert wird und dann natürlich alles erst mal von vorne lernen. Wie setze ich mich wo hin, wie teleportiere ich zu einer anderen Sim und so weiter.


Trotzdem habe ich die Pyrana wieder gefunden. Das freut mich immer wieder aufs Neue, dass es diese Gruppe noch gibt, die ich immer noch als "meine" Gruppe empfinde. Haltet die Ohren steif Mädels.


Allerdings kam mir, bei meinem letzten längeren Gespräch mit einer guten Freundin, ein Sachverhalt zu Bewusstsein, den ich selber gar nicht wirklich bemerkt hatte.


Alts! Ich habe mich selber früher tierisch über Alts aufgeregt. Aber ich muss gestehen, dass ich selber inzwischen einen ansehnliche Zahl an alternativen Avataren erschaffen habe. Erstaunlich war, dass meine Freundin, sich an mehr dieser Avatare erinnern konnte als ich. Ich selbst kann mich nur noch an Esem Destiny, Cori Panthar, TwoADay und Blue Komarov, Ecem erinnern. Dabei kann ich Cori sicher als meinen definitiven Hauptavater benennen, die anderen waren wohl eher untaugliche Versuche mal aus der streitbaren Rolle von Cori auszubrechen. Da man aber offenbar weder im echten Leben noch in der virtuellen Version so richtig gut aus seiner Haut. Ich glaube die meisten Avatare habe ich vor Jahren gelöscht oder schlicht vergessen, dass sie zu mir gehören.


Der entscheidende Fehler den ich dabei gemacht habe war wohl der, dass ich geglaubt habe, dass meine SL-Freunde sich weniger hintergangen gefühlt haben, als ich, wenn ich in Verkleidung eines Alts bei ihnen war.


Nun bin ich so lange raus aus Gor und doch muss ich immer wieder an die aufregende Zeit denken, als ich fast nichts anderes mehr kannte. Wenn mir der Kampf gegen die Gruppe Haudraufundplatt wichtiger war als Abendbrot zu essen, oder einen Vortrag vorzubereiten.
Es ist mir heute unbegreiflich wie ich manchmal 10 Stunden am Tag in SL sein konnte. Lager bauen, RSP machen, Kämpfen und so weiter.
Mit meinem Sohn wurde die Zeit für SL knapp und ich bin dankbar dafür.


Immerhin war ich eine Zeitlang mal so verrückt, dass ich, als ich auf einem Kongress war mal eben in einem Computerladen in Mannheim kurzerhand einen Laptop kaufte, nur am Abend da zu sein. Den Laptop habe ich heute noch, nur ist er eben inzwischen in die Jahre gekommen. Heute macht es mir nichts aus, am Abend einfach mit meinem Sohn einzuschlafen. Aber jetzt stecke ich in diesem ganzen Rollenspiel halt auch nicht mehr drin.


Aber die Zeit fehlt mir trotzdem irgendwie. Ich denke sehr gerne zurück an die Sims von damals. Südland, Ivalo, Anango und wie sie alle hießen. Wäre schön sowas mal wieder zu finden und sich nochmal so sehr in so einer Welt verlieren zu können.


Mal sehen, momentan gebe ich sehr viel Geld für Haus und Kind aus. Aber vielleicht bleibt ja irgendwann mal wieder etwas Geld für einen neuen Rechner übrig und dann werde ich sicher mal wieder ein oder zwei Ausflüge nach Gor machen.


Und nicht zu vergessen: Vielleicht gibt's zu dem neunen Cyberpunk 2077 ja einen Multiplayerversion. Das wär was, denn ich muss zugeben, dass mich Dark-Future schon immer sehr gereizt hat!


In diesem Sinne


Eure
Cori

Dienstag, 17. März 2020

Nur noch Corona!


Meine Güte! Wenn man die aktuelle Berichterstattung verfolgt, kann man den Eindruck gewinnen, dass wir einen Schritt vor der Apokalypse stehen. Live-Ticker zählen die Infizierten und die Toten. Immer neue Horrormeldungen aus Italien, Notstandsausrufung in Spanien, in jeder Fernsehsendung erklärt ein Experte was demnächst auf uns zukommen wird und ein Szenario ist schlimmer als das andere. Da kann einem schon Angst und Bange werden.

Gerade jetzt, ist der Moment der Wahrheit gekommen, in dem wir Ärztinnen und Ärzte beweisen können, ob wir unser gutes Gehalt auch wert sind. Aber nicht nur wir MedizinerInnen sondern auch die Damen und Herren der Medienvertreter sollten in diesem Tagen ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft endlich ernstnehmen und nicht die öffentliche Ordnung für die Quote opfern.

Damit will ich nicht sagen, dass man die aktuelle Variante des Coronavirus nicht ernst nehmen sollte. Aber bitte laßt uns die Sache realistisch betrachten. Ich lese immer wieder von der „neuen Lungenkrankheit“ das ist falsch und suggeriert, dass wir es mit einem völlig unbekannten Gegner zu tun haben. Haben wir aber nicht. Die Coronavireden sind sei ewig und drei Jahren bekannt. Allein haben wir es offenbar aktuell mit einer fraglich etwas pathogeneren Variante zu tun.

Aber nicht jede Erkältung die aktuell irgendwo auftritt hat etwas mit Coronaviren zu tun. Husten, Schnupfen, Fieber, kurz Grippe, wird auch u.a. von Influenza-Viren, RS-Viren und Rhinoviren verursacht und bereits seit mindestens 2005 finden wir bei jeden 6 bis jedem 20. Abstrich im Rahmen einer akuten Atemwegserkrankung regelhaft Coronaviren!

Bei der letzten Influenza-Epidemie starben allein in Deutschland zwischen 5000 und 25000 Menschen, nach Schätzungen des RKI. Da müssten doch Leichenberge in den Straßen aufgeschüttet worden sein. Das wir bestimmt vor 100 Jahren. Nein, das war 2015. Das hat in Deutschland kein Mensch zur Kenntnis genommen. Vor 102 Jahren gab es in der Tat auch eine Influenza-Pandemie, nämlich die spanische Grippe, die in der Tat mehrere Millionen Todesopfer forderte. Kürzlich verwies ein Elternteil in der Klasse meines Sohnes darauf und mahnte zur äußersten Vorsicht mit dem Coronavirus. Allerdings sind die Lebensumstände heute anders als vor 102 Jahren und wir haben außerdem gerade keinen Weltkrieg mit prekärer Versorgungslage.

Außerdem haben wir in Deutschland ein deutlich besser ausgebautes intensivmedizinisches System mit aktuell rund 25000 Betten, was im Bedarfsfall wohl aber bis auf über 30000 Betten ausgebaut werden kann.

Ja, das Coronavirus macht krank. Aber es ist bisher nicht die Bohne bewiesen, dass es kranker macht als all die Grippen in den Jahren zuvor! Wir testen nur zur Zeit viel mehr und dadurch finden wir natürlich auch viel mehr.    

Als ehemalige Intensivmedizinerin und inzwischen Psychiaterin kann ich nach rund einem Monat der Coronakrise mit Sicherheit sagen, dass wir als Menschheit das Coronavirus relativ Problemlos überstehen werden. Es wird wie jedes Jahr einige Tausend, vielleicht auch Zehntausend Menschen das Leben kosten, aber medizinisch ist das Virus ausmeiner Sicht nicht gefährlicher als die anderen Viren. Die volks- und weltwirtschaftlichen Schäden werden mit jedem Tag deutlich schwerer.

Darum: Betreibt ruhig alle anwendbaren Hygienemaßnahmen. Desinfiziert die Hände, tragt Schals, trinkt Orangensaft aber um Himmelswillen lasst die Kinder wieder zu Schule und in die Kitas gehen, erweckt nicht dauernd den Eindruck man könne ohne 5-lagiges Klopapier nicht überleben und lasst uns anfangen wieder ein normales Leben zu führen, nur eben mit etwas mehr Händedesinfektion.

Zu dem Thema kann ich sehr die Statements meines Kollegen Herrn Dr. Wolfgang Wodarg empfehlen und die Aussage dort ist klar und eindeutig:
Es besteht kein Anlass zur Panik! Wer jetzt Panik schiebt, wird in einem halben Jahr erkennen wie lächerlich er sich gemacht hat.


Und an alle die jetzt Antibiotika und Klopapier horten:


1. Corona macht keinen Durchfall!!! und
2. Viren kann man mit Antibiotika nicht bekämpfen! 


In diesem Sinne


Eure
Cori

Dienstag, 14. August 2018

Mich ärgert...

..die Häme und Sensationsgier, die gerade über Jan Ullrich ausgekippt wird. Mit sensationslüsternem Blick verfolgen die Medien den Absturz ihres einstigen Lieblings und übersehen dabei dass es genau diese Verhalten, diese Doppelmoral ist, die es ihm immer schwerer machen wird den Weg in ein geordnetes Leben zurück zufinden.

Ein Kollege sagte neulich zu mir, es ist wie mit den Gladiatoren früher in Rom. Die wurden auch, nach jedem Kampf mit allen Mitteln wieder so fit gemacht, dass sie weiter kämpfen konnten. Ein unedlicher sich immer wiederholender Kreislauf aus dem es eigentlich nur zwei Möglichkeiten gab zu entrinnen. Entweder den Tod oder man schaffte es so populär zu werden dass man durch Übergabe eines hölzernen Schwertes, als verdienter Kämpfer in die Freiheit entlassen wurde.

Das Problem ist, dass Jan Ullrich nie dazu vorgesehen war, ein hölzernes Schwert zu bekommen. Als er die Tour gewonnen hatte, da liebte man ihn und setzte sofort die Erwarung in ihn dass er auf 10 Jahre der unangefochtene Dominator sein würde. Das war sein Ziel das er hätte erreichen müssen. Aber da hat er nie. Es ist ihm nie gelungen ein zweites Mal die Tour zu gewinnen. Also war er nicht dazu gedacht zu einer Legende zu werden. Er war dazu gedacht die Geldmaschine Radsport zu befeuern. Dominierende Helden wurden andere. Armstrong zum Beispiel. Der bekam von der UCI das hölzerne Schwert. Erst als er sich schließlich zu einem Comback anschickte da wurde es den Machern zu bunt und sie ließen ihre schützenden Hände um Armstrong sinken. Der Skandal flog auf und der Voldemort des Radsports war geboren.

Doch im Ernst: Wer glaubt ernsthaft, dass man mit einem Stundenmittel von 30 Stundenkilometern die Alpen hinauf fährt wenn man nur Müsli, Bananen und Wasser zu sich nimmt? Niemand. Das hat nie irgendjemand der irgendwas von Leistungssport versteht ernsthaft angenommen.
Die Gesellschaft will einerseits Helden und lädt dazu ein, dass man sie, nur um ein Heldenmythos zu generieren auch gerne betrügt und ihnen die Mär vom sauberen Radsport erzählt. Aber Gnade Gott einer lässt sich erwischen und man muss die Heldengeschichte zur Betrugsgeschichte umschreiben!
Das ist doppelzüngig und niederträchtig.

Und Jan Ullrich? Der Mann hat nie etwas anderes in seinem Leben gelernt als Rad zu fahren. Der hat keine Strategien wie er sich nun, wo er nicht mehr so gut und schnell Radfahren kann, positive stärkenden und stützende Lebensinhalte aufbauen kann. Wie denn auch. Er kann nur schwer sagen dass er gerne eien Volkshochulkurs besuchen will um experimentelle Malerei zu lernen.

Aber die Geldhaie die sind weiter an ihm dran. Menschlich ist er ihnen völlig egal. Doch in dieser Batterie ist noch genug Saft um wenigstens aus seinem Absturz noch Geld und Kapital zu machen. Himmel welche B,C, X und Y Promis sich jetzt alle zu Wort melden und angeblich ganz dicke Freunde von Herrn Ullrich sein wollen oder zumindest Experten für Drogenkonsum, Entzug oder sonstewas sind.

Das was Ullrich jetzt braucht, ist ein ordentliche Klinik. Er braucht Ruhe vor der Öffentlichkeit und vor allem braucht er ein oder zwei echte und treue Freunde die ihm ehrlich helfen, ohne direkt eien exklusivgeschichte an die Bild zu verkaufen.

Auch wenn ich den Toursieg von 1997 nicht live verfolgt habe und auch wenn ich etws traurig bin dass er nicht den Weg in unsere Klinik gefunden hat, so wünsche ich Jan Ullrich bei der nun anstehenden härtesten Etappe seines Lebens viel Erfolg und Durchhaltewillen. Hoffentlich gelingt es ihm sich mal für zwei drei Jahre ganz aus der Öffentlichkeit zu verabschieden und nur sein Ding zu machen. Denn jeder Mensch kann sich selbst heilen wenn man ihm nur den Raum, die Zeit und die Möglichkeiten dazu gibt.

Alles gute Jan Ullrich.

Mittwoch, 8. August 2018

Schön und erstaunlich….


Nach sehr langer Zeit habe ich endlich mal wieder meinen gepixelten Fuß in Second Life und nach Gor gesetzt. Insgesamt beträgt meine Gor-Abstinenz jetzt wohl in etwa 2 bis drei Jahre.

Natürlich musste ich annehmen, dass längst nicht alle vor Begeisterung "Hipp-hipp-Hurra“ schreien wenn Cori wie Kai aus der Kiste wieder auftaucht. Besonders, nachdem die jetzigen Führungskräfte der Pyrana ziemlich intensiv gearbeitet haben um wieder einen lebendigen und auch ein Stück weit bekannten Stamm zu schaffen, nachdem ich bei meinem letzten Besuch, vor etwa einem Jahr noch notieren musste, dass kaum noch jemand auf Gor die Pyrana kannte oder wusste, dass es sie mal gab.

Trotzdem war ich doch beeindruckt von der Vehemenz der Ablehnung die mir unmittelbar entgegen schlug. Es wird ein langer Weg werden, mir das Vertrauen wieder zu erarbeiten, das nötig ist um wieder ein echter Teil des Stammes zu werden. Zur Zeit bin ich wohl sowas wie Mitglied auf Probe. Nun, damit musste ich wohl rechnen. Schwierig wird das ganze Unterfangen vorwiegend deshalb weil mich in etwa zwei Wochen der Alltag wieder einholen und meine Onlinezeit begrenzen wird.

Überwogen haben aber eindeutig die schönen Eindrücke. Es war toll alte Bekannte wieder zu treffen sich mit ihnen auszutauschen und zu bemerken, dass man nach einer langen Abwesenheit doch noch nicht überall und gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Manche schrieben mich an, anderen lief ich so über den Weg. Es war sehr schön.  

Die Pyrana haben den Sprung ins englischsprachige Gor geschafft und es sieht so aus als wäre dies ein richtiger und wichtiger Schritt gewesen. Das Camp ist völlig anders als ich es jemals geplant oder gebaut hätte, aber es hat einen sehr eigenen Aufbau und ist daher sehr schön.
Ich denken zu verdanken ist dieser Erfolg, nach allem was ich gelesen habe der unentwegten Loo, die unermütlich die Fahne der Pyrana hochgehalten hat und dabei von der engagierten Okami unterstützt wurde. Auch unsere jetzige Se soll viel zum Bestand des Stammes beigetragen haben. Wahrscheinlich werde ich hierbei nicht alle gerecht, da ich nur sehr bruchstückhafte Informationen habe, aber mein ausdrückliches Lob, mein Respekt und meien Bewunderung gilt den Schwestern die es loyal zu den Pyrana gestanden haben. Es war ein berührendes Erlebnis zu sehen, dass die Gruppe bei deren Entstehung ich fast noch dabei gewesen bin, noch immer existiert.
Die Gepflogenheiten innerhalb der Gruppe haben sich sehr gewandelt und die Art des Spiels ist ebenfalls anders als noch vor zwei Jahren. Ich werde etwas Zeit brauchen mich in dieser „neuen Welt“ zurecht zu finden.  

Freitag, 22. Juni 2018

Ich finde dass….


...Claudia Neumann einen super Job als Kommentatorin macht! Ich will sie öfter hören!

…man Mesut Özil unterstützen sollte. Der Junge ist der beste Techniker im deutschen Team. Scheiß auf die Fotos mit Erdogan und vergesst mal den ganzen anderen Schnuckis. Jetzt ist WM und wenn der Mesut nun mal eine sensible Diva ist dann sollte man ihn auch so behandeln. Niedermachen kann man ihn auch nach der WM noch. Jetzt muss er erstmal Fussballspielen.

…viel zu viele Spiele langweilige Grottenkicks sind die am Ende 1:0 ausgehen. Wer hat eigentlich das Dogma aufgestellt dass eine Doppelviererkette die einzige Wahrheit auf dem Platz ist? Ich will wieder schnellen Fussball sehen. Was wie 8:3 oder sowas. Ja okay, die Russen bringen sowas zur Zeit….ganz überraschend. Dekanden lang nix los mit den Wolgakosaken und plötzlich ist WM und alles spielen wie die jungen Götter. Hat natürlich nix mit dem Staatsdoping zu tun weswegen der halbe Olympiakader der Russen gesperrt wurde. Bei den Britten ist der der Erfolg ja auch mit der Olympiade in London gekommen. Früher hatten die im Radsport nix zu melden und plötzlich fahren sie alles in Grund und Boden.

…Hummels eindeutig der bestaussehende Spieler der WM ist.

…REWE die scheiß Fussballbilder mal zum Kauf anbieten sollte! Aber jetzt wo mein Sohn mich bequengelt hat ihm so ein Sammelalbum zu kaufen würde ich das Album auch gerne voll bekommen können. Leider gibt’s bei unserem REWE keine Fussballkarten mehr. Frechhheit!

…das Wir uns nicht so aufregen sollten über den verpatzten Auftakt. Unsere hatten nur eben die falsche Taktik. Die Rechnung ist eben mal nicht aufgegangen. Sowas kommt vor. Viele hochgelobte Mannschaften haben bei der WM schon Schiffbruch erlitten. Überzeugt hat bisher nur Belgien, Frankreich und ja…man muss es sagen Russland.

Dienstag, 11. Juli 2017

Für gewöhnlich…


…bin ich ja ein eher gutgläubiger Bürger. Ich zahle Steuern, gehe wählen und halte nicht viel von Verschwörungstheorien. Die Bilder vom G20-Gipfel aus Hamburg haben mich aber zu folgenden Gedanken veranlasst.


Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Mögest Du in aufregenden Zeiten leben.“  Zumindest für unsere Generation hat sich das wohl bewahrheitet. Ich glaube man kann die aktuellen Jahre durchaus als aufregend bezeichnen.

Einerseits ist es ja gut, dass sich die mächtigsten Regierungen der Welt zusammensetzen und über die großen Probleme der Menschheit beraten. Sei es nun das Welthunger-Problem, die Flüchtlingsbewegungen, die Kriegsherde der Welt oder die Weltwirtschaft. Es gibt nun mal keine Option die Dinge mit Gewalt zu regeln, also kann man sie nur durch ständigen Dialog und permanente Verhandlungen versuchen in den Griff zu bekommen.

Auf der anderen Seite haben wir die G20-Kritiker, die nicht zu Unrecht die Frage aufwerfen, ob diese G20-Treffen nicht ein riesiges, äußerst kostspieliges Theater sind?

Wir leben in einer Zeit wo sich Meinungen und Stimmungen vielfach bis auf Ebene des Individuums detektieren und teilweise auch Manipulieren lassen. Wo es früher nur möglich war gewissen Meinungsströmungen innerhalb einer Gesellschaft zu erkennen, kann man nun oft bis auf den Einzelnen vorhersagen wie er wählen wird. Und nicht nur das, man kann seine Entscheidung auch beeinflussen. Ist Euch mal aufgefallen, dass ihr manchmal gefragt werdet ob ihr einen bestimmten Artikel in der „personalisierten Form“ lesen wollt? 

Das Geschäft heißt „Big Data“ und basiert darauf, dass einfach alles was ins Internet hoch oder unter geladen wird eine Registrierung und Auswertung unterliegt. Seit ich vor kurzem eine Kinderfahrrad für meinen Sohn gekauft habe, bekomme ich laufend Werbung für Kinderfahrradhelme. Irgendwo hat ein Algorhythmus erkannt, dass sich offenbar ein Kind habe und durch das Fahrrad schon bald Bedarf für einen Kinderfahrradhelm haben werde. 

Was in der Werbeindustrie funktioniert natürlich auch in der politischen Werbung. Irgendwo hat irgendeine Datenbank genau gespeichert welche Artikel und Medien ich im Internet angesehen habe. Wie einfach ist es da, mir gezielt Artikel zu Fahrradunfällen von Kindern zuzuspielen. Solange bis ich glaube dass 90 Prozent aller Kinder beim Radfahren von Autos totgefahren werden und ich lieber schnell einen Kinderfahrradhelm bestelle. 

Bei einem Kinderfahrradhelm mag das noch kein Problem sein. Wenn ich einen Helm kaufe und mein Kind hat nie einen Unfall ist das kein großes Problem. Aber was wenn man meine politische Meinung auf diese Weise genauso gut beeinflussen kann?   Natürlich kann man das. Ich bekomme nur noch die Artikel über den Despoten Erdogan, die Medien sind voll davon. Er MUSS ein Diktator sein, der neue Hitler, anders geht es gar nicht, oder? Kann es sein, dass ich die anderen Artikel, in denen steht was Erdogan alles für die Türkei erreicht und geschaffen hat gar nicht zu sehen kriege?
Und wenn mir diverse Artikel noch nicht ausreichen um meine Meinung zu festigen, dann tun es unzählige Kommentare in den Zuschriftenspalten, die im Internet schon lange zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz von Bots, also autonom agierenden Computerprogrammen, erstellt werden. Für mich entsteht aber der Eindruck als habe halb Deutschland eine ziemlich sichere Meinung zum Thema Erdogan. So ein Bot kostet garnichtmal so viel. Für 200,- spamt mir ein Bott das Internet mit Kommentaren zu deren Botschaft lautet „Cori ist toll und sie hat viele, viele Fans!“.

Die Besorgnis erregende Frage für mich ist nun aber folgende: Allgemein sagt man, dass es immer dann eine Revolution und einen Umsturz gibt wenn die Diskrepanz zwischen herrschender und begüterter Klassen und der beherrschten und armen Klasse zu groß werden und der Leidensdruck eine gewissen Schwelle überschreitet.

Doch wie ist das heute? Ist unser Prekariat überhaupt noch zu einer Revolution fähig? Revolutionen werden ja meistens nicht geplant. Im normalen Fall ergeben sie sich plötzlich einfach. Plötlich ist durch ein Ereignis eine bestimmte Aufregung da, diese trifft auf eine erwartende Grundstimmung im Volke und schon hat man eine Revolution. Aber kann es nicht sein, dass solche Bewegung, eine revolutionäre Grundstimmung heute einfach bereits im Keim erstickt wird?

Sind nicht vielleicht die terroristischen Bewegungen und die linksautonomen Gewaltexzesse von Hamburg genau das was noch von einer „Revolution“ übrig geblieben ist? Bitte, versteht mich nicht falsch. Ich befürworte dieses Verbrechertum nicht. Ich denke auch, dass der Terrorismus rein garnichts bewirken wird und bewirken kann außer Zerstörung zu schaffen und Hass zu sähen.
Aber ich gehe davon aus, dass diese Bewegungen und Gruppierungen nur deshalb soviel Zulauf haben weil junge Menschen auf der ganzen Welt irgendwo spüren, dass sie langsam aber stetig verarscht werden. Ob dieses Gefühl der Wahrheit einspricht oder nicht sei bitte auch einmal außen vor gelassen. Aber es gibt genug Dinge die einen glauben machen, dass es tatsächlich so ist.

Jemand der heute in Berlin mit der Maurerkelle in der Hand ein Haus baut, weiß ganz sicher, dass er nie in seinem Leben eines dieser Häuser wird kaufen können um darin zu wohnen. Wir haben Expertisen die sagen dass jeder der nach 1990 geboren ist, vom Immobilienmarkt Deutschland ausgeschlossen ist. Wir haben Menschen die 5 Jobs haben müssen um irgendwie ihr Lehramtsstudium zu finanzieren und die am Ende private Nachhilfe geben, weil ihr Bundesland gerade keine Lehrer mehr einstellt. Wir haben die Generation Praktikum, die sich von eine Praktikum zum nächsten hangelt ohne je irgendwo einen Ausbildungsplatz oder gar einen Job zu bekommen.
Aber im Fernsehen sehen wir laufend Gewinner. Gewinner von Wer wird Millionär, Lottogewinner, clevere Studenten die abgelaufene Lebensmittel aus Supermärkten abholen um am Essen zu sparen und alle feiern ihre großartige Idee. Aber am Ende ist es auch nichts anderes, als dass sie davon leben müssen was andere wegwerfen. Wir sehen Start-up-Gründer, Sieger von Germany’s next Topmodel, Sieger von DSDS. Die Wahrheit aber ist, dass die aller meisten von uns keine Models werden, keine Rockstars und keine Youtube-Stars. Die meisten Menschen sind heute froh wenn sie einen Beruf lernen können, sich in diesem Beruf totschuften dürfen und es am Ende zur 2,5 Zimmer Mietwohnung, zum heiraten und vielleicht einem Kind reicht. Urlaub kann man auch günstig im Elbsandsteingebirge machen. 

Aber jedem von uns wird durch die Medien eingetrichtert: Du bist doch selber Schuld, Du könntest ja auch ein cleveres Internetgeschäft aufmachen. Und so erstickt der große Umsturz und der mächtige Ruf nach Gerechtigkeit in Selbstzweifel und stillem Ärger.

Daher meine Frage an Euch: Glaubt Ihr dass unsere Gesellschaft überhaupt noch zu nennenswerten Umstürzen fähig ist oder sind wir inzwischen so manipulierbar, dass man uns einfach dazu bringen kann dass wir freiwillig auf einen Umsturz verzichten. Immerhin hat man ja bei der Wahl von Donald Trump und dem Brexit gesehen dass es manchmal eben doch anders läuft als erwartet.

In diesem Sinne

Eure
Cori

Montag, 10. April 2017

Katu hat alles richtig gemacht...

...für die die sich nicht erinnern können. Vor langer Zeit gab es einmal eine Mitspielerin mit Namen Katu Savira! Sie war lange Zeit die Se unserer Gruppe, der Pyrana, stieg dann zur En auf und war plötzlich verschwunden. Zwar ermöglichte dieses meinen eigenen Aufstieg zur En, doch mir wäre es lieber gewesen dass Katu weiter dagewesen wäre.

Nun ist die Zeit gegollen wo auch ich seit langer Zeit einfach weg bin. Ziviel ist in meinem RL-passiert, als dass ich ausreichend Zeit für Second-Life oder Gor hätte. Ich bin im Gegenteil schon sehr froh wenn ich es einmal im Monat zu einem PnP-Rollenspiel schaffe. Was soll ich sagen, das Leben als Alleinerziehende ist eben kein Ponyhof.

Katu aber, um die geht es ja in dem Post, hat aber alles richtig gemacht. Sie kam so gefühlt jedes Jahr einmal vorbei und schaute Nach ob es die Pyrana noch gab. Ich bin nun auch seit über einem Jahr aus SL weg und ich muss sagen, ich vermisse zwar die abendlichen Gespräche mit meinen engsten Freunden (Ja, liebe Loo, ganz besonders Du bist gemeint!) aber ich vermisse das Spiel, Second Life, nicht mehr. Im Gegenteil ich habe einen richtigen Widerwillen entwickelt wenn ich abends doch mal Zeit hätte mich einzuloggen.

Insgesamt glaube ich, dass ich einfach viel zu spät den Absprung geschafft habe. Während auf mich eigentlch nur jeden Tag ein schmezender Haufen von Gortrümmern wartet, hatte Katu noch mehrere Jahre lang veränderungen und Entwicklungen die sie beobachten konnte.

Was mich wirklich umtreibt ist die Frage ob es die Pyrana noch gibt und wenn Ja, wie sie sich so schlagen?

Vielleicht logge ich mich ja doch mal wieder ein.   

In diesem Sinne

Eure
Cori

Dienstag, 27. September 2016

Seid nett zueinander



Die Meldung ist zwar schon einige Tage alt, aber ich finde sie so herrlich skuril, dass ich sie gerne noch einmal repetieren möchte:

Forscher der Universität von Pennsylvania haben in einer großen Studie festgestellt, dass Menschen die im Internet oft Fluchen ein höheres Risiko haben ein Herzinfarkt zu erleiden.

Wer also auf Twitter, Facebook und Co. häufig das böse F-Wort oder dessen Varianten benutzt hat ein deutlich erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Das gleiche gilt für andere Schimpfwörter. Erstaunlich ist, dass nach der Studie sich ein positives Vokabular, also Worte wie „wunderbar“, „gut“, „gute Gelegenheit“ sich gesundheitsfördernd auswirkt und das Risiko für Herzinfarkte senkt.

Die Bedeutung dieses Risikofaktors wird sogar höher eingeschätzt wird als zum Beispiel Rauchen und Bluthochdruck zusammen!  Die Studie soll so valide sein, dass es sogar schon Krankenversicherer gibt die erwägen ob man ein solches „Fluchverhalten“ im Internet mit höheren Beitragssätzen belegen kann.

Ich frage mich zu der Studie allerdings ob nicht bei vielen der Internetflucher, auch die anderen Risikofaktoren, also Rauchen, Diabetes, gestörte Fettstoffwechel und Bluthochdruck zusammen kommen? Wer sich wegen einem Diabetes oder hohem Blutdruck permanent schlecht fühlt neigt natürlich auch dazu verbal viel früher aus der Rolle zu fallen.

Also wäre es in diesem Fall wohl hilfreich wenn man entweder nur noch Nettigkeiten schreibt oder auf das momentan sehr im Trend liegende Darknet ausweicht. Die dritte Möglichkeit ist einfach gar nichts im Internet zu posten. 

In diesem Sinne bleibt gesund!

Eure Cori

Samstag, 6. August 2016

Heute Nacht…



Sind die Olympischen Spiele in Rio de Janairo eröffnet worden und die Welt sieht zu. Aber selten waren olympische Spiele von so vielen Skandalen im Vorfeld überschattet. Zum einen haben wir da die Unzufriedenheit der Brasilianer die nicht verstehen wie ein Milliardenprojekt wie Olympia gestemmt werden kann wenn man auf der anderen Seite kein Geld für Schulen, Krankenhäuser oder zur Sanierung der Favelas ausgeben will oder kann. Die Proteste gegen dieses Megaevent waren hinreichend thematisiert worden. Besonders peinlich dabei, dass man bei den Bauarbeiten nicht mal rechtzeitig fertig geworden ist und offenbar ähnlich skandalös gebaut wurde wie beim BER in Berlin. Der Zustand des olympischen Dorfes soll ja katastrophal sein.

Doch das alles wäre zu verkraften. Es wäre zu verkraften wenn das Olympische Komitee (IOC) sich selbst und seiner Idee treu geblieben wäre. Die Idee von Olympia sagt doch eigentlich aus, dass sich die Athleten aller Länder, damals noch der hellenischen Stadtstaaten, zu friedlichen und sportlichen Wettkämpfen treffen. Während der Spiele schwiegen die Waffen und man bestaunte und respektierte die Leistungen aller Teilnehmer. Auch wenn jemand eine Sache nicht konnte, glänzte er eben in anderen Disziplinen. Man respektierte und bewunderte Ihn dafür dass er sich dem Wettkampf überhaupt stellte. „Dabei sein ist alles!“. Olympia war ein Fest der Versöhnung des Friedens und des Respektes. Es war als gelebte Völkerverständigung gedacht.

Doch was haben wir heute? Der Sport ist heute keine Nebensache mehr die einige Leute machen weil es ihnen eben Freude macht. Sport ist eine Industrie. Ähnlich wie In Hollywood werden im Leistungssport Legendenproduziert. Benjo Maso hat in seinem Buch „Der Schweiß der Götter“ am beispiel des Radsportes sehr einleuchtend aufgezeigt in welchem Dilemma der Moderne Leistungssport derzeit steckt.

276 Russische Sportler dürfen in Rio an den Start gehen. Eine ganz beachtliche Zahl für ein Land das soeben des „Staatsdopings“ für schuldig befunden wurde. D.h. einem Land indem man davon ausgehen muss das JEDER Sportler der in der Spitze seines Landes steht mit diesem Dopingsystem Kontakt hatte.

Das IOC hat nun gesagt die Fachverbände sollen entscheiden wer gesperrt wird und wer nicht. Wohl wissend dass eine so hohe Zahl von Einzelfallprüfungen in der Kürze der Zeit nicht mehr zu bewältigen war. Die Welt schrie auf, man schämte sich für den IOC-Präsidenten fremd und zeigte sich allenthalben entrüstet.

Doch mal ehrlich, was erwarten wir, die Zuschauer denn eigentlich? Wir möchten gerne Spitzenleistungen sehen und wir möchten am liebsten die Sportler aus unserem Land gewinnen sehen. Die Veranstalter wissen das. Also sind sie daran interessiert, ähnlich wie ganz normale Zirkusbetreiber, Attraktionen anzubieten. Den schnellsten Mann der Welt, den Stärksten, eine Dressurreiterin deren Pferd Kopfstand machen kann oder sonst was.

Solange die Attraktion stattfindet fragt hinterher keiner wie sie ermöglicht wurde. Dieser Mechanismus lebt seit Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten. Auch über Deutschland wissen wir, dass vor der Olympiade in München vom deutschen olympischen Sportbund ganz klar vorgeben wurde wie viele Medaillen gewonnen werden müssen und dafür wurde gerade an die Pharmaindustrie und die Sportmedizin großzügige Finanzhilfen verteilt. Die Russen machen das so, die Amerikaner ebenfalls, nach der Olympiade in London ist es für England zumindest anzunehmen.

Es ist auch nicht so, dass die russischen Athleten um Welten besser sind als alle anderen. Somit muss man wohl vermuten dass auch bei den nicht russischen Athleten ein Haufen pharmakologisch getunter Freaks unterwegs sind. Die Russen haben also nichts anderes gemacht als alle anderen, nur haben sie sich eben dabei erwischen lassen.

Olympia bekommt also seine Attraktionen, auch wenn es diesmal eben weniger Russen sind. Das liegt im Sinne des Veranstalters. Denn nur wer eine gute Show bietet kann Werbung verkaufen und Übertragungsrechte und Eintrittskarten und so weiter. Das schlimmste was so einem Sportveranstalter passieren kann ist, dass eine Dopingagentur daher kommt und beweist dass alles nur Betrug war.

Man muss also konstatieren dass das IOC und die Welt-Antidoping-Agentur (WADA) sowas wienatürliche Feinde sind. Dadurch dass das IOC als Veranstalter eindeutig die größeren Einflussmöglichkeiten auf die eigene Veranstaltung hat ist anzunehmen dass man die WADA-Kontrolleure auch in diesem Jahr wieder effektiv wird ausbremsen können und die große Show reibungslos von der Bühne gehen kann.

Da kommt es ganz gelegen, dass es ein paar militante Proteste gibt, die man medienwirksam abbilden kann, dann achtet nämlich niemand mehr auf den eigentlichen Skandal.

Und der eigentliche Skandal ist, dass der Mord an der olympischen Idee durch die Inszenierer der olympischen Spiele selbst begangen wird und zwar aus reiner Geldgier.

Aus Geldgier werden alle vier Jahre Menschen aus Ihren Wohnunge verjagt um Platz für moderne Stadien zu schaffen. Nur aus Geldgier müssen alle vier Jahre irgendwo Leute Portestieren, Polizisten einschreiten, ein Heer von Journalisten, Trainern, Betreuern, Athleten und Funktionieren untergebracht werden und auch für sie alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen organisiert werden. Wer bezahlt das alles?

Du bezahlst das und ich und alle anderen Steuerzahler. Durch unsere Fernsehgebühren unsere Steuern unsere Eintrittskarten und die Bratwurst die wir uns im Stadion gönnen. Und für wen bezahlen wir das? Für einen Haufen geld- oder prestigegeiler alter Säcke!

Ganz ehrlich: Der einzige Grund warum ich Olympia doch hin und wieder sehen werde ist die Flüchtlingsmannschaft! Der ich die Daumen drücke und von der ich hoffe, dass sie die anderen in Grund und Boden laufen, springen, werfen, turnen oder schwimmen!

In diesem Sinne

Eure Cori