Mittwoch, 12. September 2012

Wir - Die Folterknechte an unseren Kindern und uns selbst?

Gerade habe ich einen Artikel meines Lieblingspsychiaters gelesen wo es um die Funktion des Frontalhirns geht und darum in wie weit diese Funktionen durch äußere Einflüsse verändert werden.

Für die die sich eher mit anderen Dingen als Neuroanatomie beschäftigen: Unser Gehrin kann in verschieden Bereiche eingeteilt werden. Zum einen nach ihrer anatomischen Lage, kann man ein Stammhirn, einen Seitenlapen, einen Hinterhaupslappen, ein Kleinhirn, ein Zwischenhirn und einen Stirnlappen unterscheiden. Außerdem nehmen die unterschiedlichen Bereichen des Gehirns auch unterschiedliche Aufgaben wahr, so liegt zum Beispiel der Teil der für das Sehen zuständig ist im Hinterhauptslappen, oder die Atmungsfunktion wird aus dem Stammhirn gesteuert.   
Die Stirnlappen und einige anderen Strukturen die mit den Stirnlappen eng verbunden sind (z.B. dem Thalamus) nennt man in ihrer Gesamtheit das Frontalhirn.

Im Frontalhirn, welches eine der jüngsten Errungenschaften unserer Entwicklungsgeschichte ist sind Funktionen wie vorausschauendes Denken, Planen, Problemlösung, Kreativität, der Gebrauch von Strategien, Entscheidungsfindung, das Verarbeiten von Rückmeldungen aus der Umwelt, Impulskontrolle, moralisches Denken, religiöse Gefühle, Humor, Scham, Bewusstsein oder die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen vorbehalten.

Mein Lieblingspsychiater zitiert in seinem Artikel nun zwei Studien: Bei einer der Studien wurden Richter untersucht die entscheiden mussten ob ein Häftling vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Die Richter hatten pro Tag etwa 30 bis 40 Fälle zu bearbeiten. Es zeigte sich, dass die Juristen direkt nach dem Arbeitsbeginn, nach der Frühstückspause (10.00-10.30) und nach der Mittagspause jeweils rund 65% ihrer bearbeiteten Fälle positiv für den Fäftling bewerteten und ihn früher entließen. Diese Quote fiel aber im Laufe der Arbeitssitzung immer weiter ab und am Ende einer Sitzung wurden kaum noch Fälle positiv bewertet.

Fazit: Von einem satten Richter mit ausgeglichenem Blutzuckerspigel ist mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit ein positives Urteil zu erwarten als von einem hunrigen, erschöpften.

Eine zweite vorgestellte Studie beschreibt, dass Kinder unterschiedlich konzentrationsfähig sind, je nach dem was sie vorher gemacht haben. So konnten Kinder die einen Zeichentrickfilm mit schnell wechselnder Szenenfolge deutlich schlechter, reflexartiges Handeln unterdrücken, nach einem Plan Bauklötze umschichten oder rückwärts Zahlen aufsagen, als Kinder die einen Lehrfilm gesehen hatten. Die beste Leistungsfähigkeit hatten die Kinder denen man vor dem Test 9 Minuten gezeichnet hatten.   
Fazit: "Tom und Jerry" bremsen die Funktionen unseres Frontalhirns nahezu vollständig aus, während das eigenständig kreative Zeichnen diese Funktionen sogar unterstützt.

Bei einer dritten dargelegten Studie waren Erneut Kinder im Zusammenhang mit ihrem TV-Konsumverhalten untersucht worden. Durchschnittlich gaben die Eltern an dass ihre Kinder reichlich eine Stunde am Tag fernsehen würden. Kinder mit höherem Konsum (bis 5 Stunden und mehr) fielen in der Untersuchung häufig durch deutliche Verhaltensstörungen auf. Die Aufgabe bestand nun darin das die Kinder einfach einen Menschen aufmalen sollten. Je geringer der Fernsehkonsum war um so besser und detailreicher waren die Zeichnungen. Je höher die Fernsehzeiten um so weniger stimmten die Proportionen oder es wurden Körperteile wie Haare, Mund, Nase, Finger, Füße oder Bekleidung vergessen.

Fazit: Ab mehr as 60 Minuten Fernsehen pro Tag sinkt die Fähigkeit zur bewussten Wahrnehmung seiner Umwelt bereits deutlich, bei mehr als 90 Minuten TV sogar dramatisch!  

Insgesamt kommt der Autor des Artikels zu dem Schluss: „Wer das Frühstück durch Fernsehen ersetzt und dann zur Schule geht, der verhält sich etwa so, wie derjenige, der sich vor einem Wettlauf ins rechte und linke Knie schießt.“.

Der Autor (den ich für seinen teilweise etwas missionarisch anmutenden Stil sehr schätze) ergibt sich daraus folgende Konsequenz: Die aktuellen Debatten über Lehrpläne, Schulsystemreformen, Klassengrößen und Frühförderung würden sich wahrscheinlich gar nicht erst stellen wenn alle Eltern dafür sorgen würden, dass ihr Kind erstens weniger Fernsieht, vor der Schule gar nicht in die Flimmerkiste guckt und dass es ausreichend mit ausgewogener Nahrung versorgt wird.

Für mich als tägliche Online-Userin stellt sich folgende Befürchtung: Wenn Fernsehen so schädlich ist, wie ist es dann mit einem Medium indem nicht nur ein Kanal sondern gleich mehrere auf mich einprasseln: Da haben wir den offenen Chat bei uns im Lager, den Gruppenchannel, die GaD-Gruppe die immer wieder auf geht und zwischen einem und fünf IM-Partner wo ich mich auf einen Gesprächsverlauf konzentrieren muss, außerdem höre ich noch gelegentlich parallel Musik die ebenfalls einen Zipfel meines Bewusstseins in Beschlag nimmt. Ich habe gehört dass andere nebenbei noch ein anderes Computerspiel spielen, Emails schreiben oder Blogeinträge lesen.

Tatsache ist dass die Frequenz der „Szenewechsel“ also der Reize unglaublich hoch ist. Könnte es nicht sein, dass genau dieser Umstand dazu führt dass wir so viele Leute hier auf Gor haben die beim kleinsten Hauch von Kritik an die Decke gehen und sofort mit Bann, Mut und Zivilklage drohen oder beleidigend und ausfällig werden? Immerhin ist die Annahme von Kritik und die Kontrolle des Reaktionsimpulses eine Leistung die das Frontalhirn erbringt.

Wenn ich nun an jemanden gerate der seit acht Stunden zwischen Skype, iPod, Kinostream, Gor, drei Blogs und fünf IMs hin und her springt – muss ich mich dann wundern wenn der maximal überspannt ist, keinen Funken Humor mehr versteht und sich gerade mal so noch auf seine eigenen Bedürfnisse konzentrieren kann, wenn überhaupt? Natürlich geht der ab wie ein Colibrie auf Speed wenn bei dem was nicht so läuft wie er es gerne hätte!  

Ich jedenfalls werde jetzt bevor ich mich an den Rechner setze erstmal mein Abendbrot essen und ich werde stets nur ein Windows-Fenster gleichzeitig offen haben.

In diesem Sinne

Eure
Cori

P.S.: Der Artikel erschien unter dem Titel "Frontalhirn und Fernsehn, Richter und Zucker" in der Ausgabe 9/2012 der Zeitschrift "Nervenheilkunde" und wurde von Prof. Dr. Dr. M. Spitzer geschrieben.

Dienstag, 11. September 2012

Brief an einen Unbekannten

Liebe/r Anonym!

Danke zunächst für deinen Kommentar, ich freue mich immer sehr über Zuschriften.
Natürlich darfst Du schreiben wenn Du dich betrogen, ausgetrickst, beleidigt oder wütend fühlst. Das ist dein gutes Recht. Jede/r darf das sagen was ihm oder ihr im Kopf herum geht.

Ich persönlich bin sogar so sehr eine Verfechterin der der Meinungsfreiheit, dass ich sogar radikale Meinungsäußerungen toleriere solange die Meinung nicht zur eigenmächtigen Handlung wird. In Deutschland gibt es nun mal das Recht der freien Meinungsäußerung. Das schießt aber nach meinem Dafürhalten auch ein, dass ich jedem erlaube, jede Meinung zu sagen und mich als Staat nicht herstelle und verkünde: „Bei uns darf jeder frei unsere Meinung sagen!“.

Also darfst Du auch frei heraus sagen und aufschreiben was Dir zu Gor im Kopf herum geht. Und wenn Du der Ansicht bist, dass Du auf Gor zu denen gehörst „die in Gor immer verarscht wurden, belogen wurden und betrogen wurden.“ dann ist das eben deine Meinung die aus dem resultiert was DU erlebt hast.  

Auch mir sind schon viele Dinge hier passiert die mir absolut nicht geschmeckt haben und manchmal ziehe ich mich dann auch erstmal für einige Zeit zurück.
Da Problem dabei ist: SL und Gor ändert sich deswegen nicht. Ich habe in meinem Artikel „Gor liegt im Wilden Westen“ unter anderem darüber geschrieben dass im Internet ein knallhartes Faustrecht herrscht.

Wenn einem also übel mitgespielt wurde, so hat man zwei Möglichkeiten: Die eine ist die sich zurück zu ziehen und SL einfach eine von vielen Internetplatformen sein zu lassen mit der sich andere beschäftigen. Das schont die eigenen Nerven. Oder aber man steigt in den Kampf ein, ignoriert die Beleidigungen und das ganze Hickhack und versucht sich soweit es geht ein Umfeld aufzubauen in dem man sich wohlfühlt.

Wenn man es auf die zweite Weise angeht weiß man aber (hoffentlich) dass man dabei immer und immer wieder auf den Deckel bekommt. Es gibt immer wieder Menschen die die nicht nachvollziehen können was in den Herzen der anderen vorgeht. Immer wieder geht man mit viel Elan und viel Herzblut an ein Projekt heran und kann es nicht zu Ende bringen weil andere deren Hilfe man bräuchte, dieses Projekt eben nicht mit tragen wollen.

Das einzige was nichts bringt ist es am Rande zu stehen und sich in Selbstmitleid zu ergehen warum es einem so schlecht geht. Ich glaube die Tibeter haben so eine Weisheit die besagt, dass man sich alles was einem passiert irgendwie und indirekt selbst zugefügt hat. Natürlich ist das so nicht ganz einfach zu verstehen. Aber irgendwie ist da was dran.

Denn man hat immer eine Wahlmöglichkeit. Wenn ich in SL immer geärgert werde aber nicht geärgert werden will, dann kann ich mich entscheiden einfach nicht mehr in SL aktiv zu sein. Doch jede Entscheidung zieht unweigerlich eine Konsequenz nach sich. Die Konsequenz dieser Entscheidung wäre, dass ich eben kein SL mehr spielen werde. Die Frage ist ob mir diese Konsequenz gefällt und ob ich mit ihr leben will?

Etwas anderes ist es wenn jemand mutwillig und gezielt versucht jemand anderem zu Schaden. Doch auch hier ist es möglich sich zu entscheiden ob man diesen Kampf annehmen möchte oder ob man sich einfach einen neuen Avatar macht und an anderer Stelle neu anfängt.
Was aus meiner Sicht aber nicht geht, ist zu sagen „Mir wurde von allen Möglichen Leuten schlimmes angetan, und dafür bestrafe ich jetzt Leute die damit gar nichts zu tun haben.“ Auch ich habe einmal meine Gruppe verlassen. Man hatte mir damals dinge Unterstellt und Vorgeworfen die ich überhaupt nie getan hatte. Doch als ich dann weg war und sich alles etwas beruhigte wurde mir klar, dass ich eigentlich al die Schwestern „bestrafe“ die ich durch meinen Fortgang im Stich gelassen habe. Die anderen die über mich spekulierten und die über mich Falschheiten erzählten, die waren doch schon von allein gegangen, die kümmerte es nicht ob ich noch bei meiner Gruppe war.

Und diese Leute meine ich mit meinem Text: Ja, jedem hier wurde schon mal von irgendwem irgendwas angetan. Das gibt einem aber noch lange nicht das Recht allen anderen auch die Tour zu vermassen die sich auf einen verlassen. Nur weil ich momentan unzufrieden bin wegen irgendwas, berechtigt mich das noch lange nicht, ohne irgendein Gespräch von jetzt auf Gleich unter Absingen schmutziger Lieder die Gruppe zu verlassen, nachdem ich mich zur Anführerin hab wählen lassen.

Das hat nichts mit Hohn zu tun. Da jeder, immer die Wahl hat sich einer Situation auszusetzen oder eben eine andere Situation zu wählen ist es unbedeutend ob jemand stark oder schwach ist. Es ist nur entscheiden ob er klug genug ist seine Wahlmöglichkeiten zu erkennen. Wenn man die falsche Wahl getroffen hat, dann ist der Mangel an Weitsicht aber kein Grund irgendwelche Sonderrechte zu erhalten. Es gibt kein Recht auf "Dummheit". Unfähigkeit ist keine Entbindung von der Verantwortung und der Konsequenz. Das ist wie gesagt kein Hohn sondern einfach ein Mechanismus nachdem unsere Welt funktioniert.

Jeder Vogel wird irgendwann von seiner Mutter aus dem Nest geworfen. Wenn er dann nicht fliegen kann, fällt er eben runter und ist tot. Und bei uns Menschen ist jeder "Vogel" selbst dafür verantwortlich fliegen zu lernen.

Es grüßt

Eure
Cori

Montag, 10. September 2012

GM oder ML, aber bitte nicht beides!

Nun manchmal muss es einfach sein. Da beschließt man seinen Blog dicht zu machen um niemandem mehr auf die Füße zu treten und unvermittelt sieht man sich dem größten Irrsinn gegenüber den ich überhaupt jemals auf Gor erlebt habe.

Ihr alle erinnert Euch doch noch an den das Meta-Life-System, kurz ML? Das war so etwa vor zwei Jahren mal der Versuch ein etwas realistischeres Kampfsystem als Alternative zum Gorean Meter (GM) einzuführen. Der größte Held der Welt, Bart, hatte ausführlich darüber berichtet. 

Tatsächlich bietet der ML einige interessante Neuerungen und Veränderungen gegenüber dem GM. Zum Beispiel führt er Trefferzonen ein. Es ist also nicht nur wichtig, dass man jemanden trifft, sondern auch noch WO man den Treffer setzt. So macht ein Treffer auf auf den Rumpf nicht soviel Schaden wie ein Treffer auf den Kopf. 

Mehr Sim-Regeln als diese gibt es irgendwie nicht...
Nun waren wir auf einer Sim, auf der unter anderem zwei Pantherstämme ansässig sind. Der eine spielt traditionsbewusst mit dem GM der andere preferiert den ML.
Nun hatte man Probleme sich auf einen gemeinsamen Meter für die Sim zu einigen und hat somit beide Meter zugelassen. So verkündet es auch eine kleine Tafel die neben allerlei Werbung am Simeingang steht. Ich habe Euch den wichtigsten Teil dieser Tafel mal abgelichtet und beigelegt.

Das Problem ist, dass wir Menschen ja fast alle Gewohnheitstäter sind. Wir sind es einfach gewohnt dass, auf jeder Sim der GM verwendet wird. Viele Sims zeigen das auch dadurch an, dass man am Landepunkt erstmal durch das rote GM-Emblem laufen muss, wenn man zur Spielzone kommen will. Auf der besagten Sim gibt es keine Anzeige, außer dem besagten Plakat was eben dekorativ zwischen diversen anderen Plakaten herumhängt.

Wir zogen also aus um einem der beiden Stämme einen auf den Ranzen zu hauen weil dieser, nach unserem Dafürhalten, unsere Schamanin hinterhältig in eine Falle gelockt hatte und sie dann an eine Stadt verkauft hatte.

Natürlich rechneten wir nicht damit, dass auf dieser Sim etwas anderes gelten könnte als der GM, zumal auf Anfrage ( /12 meter region settings) auch wie gewohnt alle Einstellungen für den GM angegeben wurden, unter anderem erhielt man dabei auch die Information, dass auf der Sim das Stanima (also kein unbegrenztes Rennen) und  Zero-Splash (Also nur direkte Treffer zählen) eingeschaltet ist.

Also dachten wir, wir wären gewarnt und zogen wohlgemut mit vier zu drei in dem Kampf. Was wir nicht wussten, war, dass unsere Gegner alle den ML trugen. Das perfide Ergebnis dieses Aufeinandertreffens ungleicher Metermodelle hat allerdings folgenden Effekt. Ein GM-Kämpfer der auf einen ML-Träger schießt, bekommt einfach einen direkten Treffer angezeigt. Jeder direkte Treffer auf ein GM-Ziel verursacht 20% Schaden. Demnach genügen (je nach dem wie schnell man diese Treffer anbringt) zwischen 11 und 20 Schuss um einen Gegner auszuschalten.

Der beschossene ML-Träger aber bekommt recht ausführliche Meldungen auf welcher Trefferzone er getroffen wurde und wie viel Schaden das verursacht. Den 20% Schadenseffekt hat hier im Grunde nur ein Kopftreffer. Treffer auf die Beine sind fast wirkungslos!

Später fragte ich einen Freund ob er mich, die ich inzwischen einen ML trug, mal solange beschießen möge, bis ich umfalle. Ich erhielt 15 Treffer auf den Kopf, er bekam vom GM 41 direkte Treffer angezeigt.

Ganz windig wird es im Nahkampf, denn da verursacht man weniger Schaden wenn man zu nah an seinem Gegner steht, so wie man auch mit dem Bogen einen gewisse Mindestreichweite nicht unterschreiten darf.

All diese Dinge waren irgendwann mal geläufig, als der ML in großem Stil eingesetzt wurde und etwa 40% aller deutschsprachigen Gor-Sims ihn verwendeten. Heutzutage wussten wir das natürlich nicht. Sondern bekamen nur haushoch einen auf den Ranzen.

Als wir nachfragten, was dass denn für sonderbare Meter wären, und warum die anderen selbst nach 20, 30 oder 40 Treffern noch immer im grünen Bereich wären kam nur lapidar „Das ist der normale ML, hättet Ihr euch auch nehmen können.“

Dass der ML gegenüber dem GM einen haushohen Vorteil verschafft war meiner Gesprächspartnerin überhaupt nicht begreiflich zu machen, schließlich würde ein „unübersehbares“ Schild am Simeingang ja darauf hinweisen.

Auch wenn ich mir dann wieder das beliebte Argument anhören musste, dass ich ja nur darum sauer wäre weil das RP nicht so gelaufen wäre wie ich es mir vorgestellt habe, bleibe ich dabei, dass auf die Nutzung des ML deutlichst und unübersehbar hingewiesen werden muss! Anderenfalls fühlt sich die Verliererseite einfach nur mit einer billigen Masche ausgetrickst.

Dies wird vor allem dadurch erschwert, dass auch das Heilen von Verwundeten komplett anders funktioniert als beim GM. Beim GM emotet man erst aufgeregt seine drei Zeilen und klickt dann „heilen“ an. Beim ML tankt man den Patienten quasi durch Dauerklick mit seiner eigenen Lebensenergie auf. Wer dass nicht vorher weiß steht dann natürlich im Gefecht böse im Regen.

Abschließend lautet mein dringender Rat an besagte Sim: Entscheidet Euch für einen Meter auf eurer Sim und wenn Ihr euch für den ML oder etwas noch exotischeres entscheidet, dann seid so fair und weist Eure Mitspieler auch wirklich darauf hin und erklärt auch wenigstens grob die Besonderheiten des ML.

In diesem Sinne

Eure
Cori

Freitag, 7. September 2012

War früher doch alles besser?

Um es gleich vorweg zu schicken: In dem folgenden Text will ich niemanden persönlich angreifen. Ich meine niemand bestimmtest und sollte sich jemand angesprochen fühlen, so müssen die sich ergebenden Parallelen rein zufälliger Natur sein. Für den Fall, dass sich jemand gar bloßgestellt fühlt so bitte ich vielmals, aufrichtig und ehrlich um Entschuldigung und bitte höflich darum von Banns, Mutes, Drohungen oder andere Repressalien Abstand nehmen zu wollen.

Obwohl ich mir vorgenommen hatte keinen Rant-Blog zu betreiben, also einen Blog indem sich die Betreiber stetig und andauernd über irgendwas aufregen, so muss ich heute doch einen Evergreen dieser Thematik aufgreifen der sogar noch populärer ist als die stetig wiederkehrenden Posts über das Sommerloch.

Das Thema heute heißt: „Früher war alles besser“ oder „Früher gab’s doch so was nicht!“.
Was meine ich? Früher haben wir uns in den Blogs und Foren über Leute aufgeregt die schwarze Klamotten getragen haben. Da machte man sich schon als BtBer verdächtig wenn man wusste das die Spielwelt „Gor“ heißt und das sie auf irgendwelchen Romanen basierte.
Früher ging’s vieler Orts ganz klassisch darum einen Vorwand zu finden etwas verwegen anmutenden Cybersex zu haben.

Als ich von Esem zu Cori wurde, war eines der ersten Dinge die ich mir besorgte so eine Sex-Hud, weil als Esem hatte ich das gelegentlich, in Gefangenschaft gebraucht. Also Cori bin ich in drei Jahren gerade mal einmal in die Notwendigkeit gekommen den Beischlaf zu praktizieren.

Es wird auf SL-Gor einfach viel zu selten mal wer vernascht! Früher haben Herren, die heute alle Jarls heißen, ihre Kajirae, die heute alle Bonds heißen weil sie zu faul sind Bondmaid zu schreiben, auch mal direkt in der Taverne ins Zimmer gezerrt und, weil die Chatrange immer noch 20m ist, den ganzen Schankraum unterhalten.

Heute hingegen haben Schwänze-tragende Hermaphroditen-Panthermädchen im stillen Kämmerlein einvernehmlichen Sex mit ihren borderline-gestörten Sklavinnen. Es wimmelt auf SL-Gor so dermaßen von Lesben und bisexuellen und progessiven „Ich-brauch-keine-Kinder-ich-bleib-lieber-schank-und-lass-mich-Foltern“-Superschicksen, dass es wirklich erstaunlich ist wie es überhaupt Nachwuchs auf Gor geben kann!

Das aller, aller nervtötendste aber sind diese ewigen „Mir-geht’s-aber-am-schlechtesten!“-Hysteriker! Der Werdegang so einer selbstzündenden menschlichen Granate ist eigentlich immer der selbe und wird ausschließlich davon beeinflusst wie stark sich der/die betreffende mit seiner/ihrer Gruppe verbunden fühlt.

Am Anfang kommen sie neu in die Gruppe. Die Gruppe bemüht sich um die neuen Mitspieler und versucht sie einzubinden. Möglichst viel natürlich, denn die Gruppe hofft auf einen neuen Entertainer, einen Vorturner dem man hinterher rennen kann und der dafür sorgt, dass die Konservendose der allabendlichen Kurzweil allzeit gefüllt ist.

Wenn es klappt dass derjenige irgendwann dieses Gruppe als „seine“ Gruppe empfindet (gemeint ist „seine“ hier nicht als Besitzstandszeichen sondern als Identifikationssymbol und virtuelle Heimat) dann klappt das. Dan riffelt sich der oder die Neue für die Gruppe auf, leitet Raids, plandt RP-Plots, spendet bis zur Selbstverschuldung fühlt sich schlecht wenn sie abends vor Mitternacht ins Bett geht um an nächsten Morgen noch aus den Augen gucken zu können.
Wenn diese Verschweißung von Privatperson und Gruppe nicht funktioniert ist das Chaos vorprogrammiert. Denn dann versucht der Neuankömmling entweder von sich aus die Gruppe so zu verändern wie er oder sie die gerne haben möchte oder die Gruppe drängt denjenigen in einen Position wo er auf einmal etwas machen soll was er eigentlich gar nicht will, nämlich anführen.

Da kommt man nach Gor um sich allabendlich für zwei drei Stunden unterhalten zu lassen und nun auf einmal soll man selber die Bühne bereiten damit andere das machen können was man selber gerne tun würde. Der einzige Grund der mir spontan einfällt warum jemand so was dämliches machen sollte ist eben der, dass man sich mit der Gruppe so sehr identifiziert dass man gerne die Bühne anderen überlässt. Und solche Leute gibt es kaum noch auf Gor.

Früher brauchten wir das nicht. Manchmal habe ich tagelang nur mit meinen Schwestern im Camp gesessen und wir haben über Gor geredet. Was hielt man von der Tatrix der benachbarten Stadt? Kannte man die neuen Gruppe schon? Dürfen Schamninnen eigentlich kämpfen? Wenn Panther ihre Camps aus Holz bauen warum benutzen sie dann keine Äxte als Waffen und wenn sie es doch tun, warum sind sie dann in den Büchern nicht beschrieben? Dürfen Panthermädchen Schuhe, Sandalen oder Stiefel tragen?

Man konnt übrigens damals noch frei von der Leber weg mal seinen Frust über eine Gruppebführung einen Sim-Owner oder ähnliche Autoritäten im eigenen Camp rauslassen, weil man noch nicht befürchten musste, das so einen Chamälion-Vollzeitgoreaner mit seinem hundertsten Alt dabei ist der alles direkt an irgendwen weiter skypt und man am nächsten Tag irgendwelche gekränkten und/oder wütenden IMs bekommt, weil die besprochener Personalie, wo hingehört hat wo sie nicht hin hören sollte und nun verwundert ist dass ihr nicht gefällt was sie gehört hat.  

Zwar gibt es auch noch anständige und ehrliche Spieler, aber sie alle haben inzwischen ihre eigenen verwaisten Gruppen in denen sie verbissen ihre Fahne hochhalten. Dörfer mit drei Spielern, Pantherstämme mit zwei Schwestern, Piratenstädte in den nur noch eine Sklavin haust sind keine Seltenheiten mehr.

Auch die Grundeinstellung auf Gor scheint eine andere geworden zu sein. Es hat sich diese „Ich-bin-am-Wichtigsten“-Mentalität. Diese wird natürlich auch durch das Werben der Grupen um neuen Spieler/innen gefördert. Alles Gruppen suchen mich und wollen mich als Mitglied haben, da muss ich doch wichtig sein! Also habe ich ob meiner Wichtigkeit auch das Recht die Gruppe zu verändern, Leute zu kritisieren zu beleidigen und mit Schuld zu beladen wie ich will oder etwa nicht? Schließlich haben die doch alle auf mich und meine Hilfe gewartet, oder nicht?

Wenn ich dann das was ich wollte nicht umsetzen kann, meine Ziele nicht erreiche oder an der Widerspenstigkeit der anderen Scheitere dann ist das natürlich ein willkommener Anlass die Gruppe zu verlassen und die Schuld dafür denen in die Schuhe zu schieben die mir nicht nach dem Mund geredet haben. Die Logik ist dabei folgende: „Du gibst mir nicht Recht, also magst Du mich nicht und weil Du mich nicht magst gehe ich jetzt, damit Du siehst was Du davon hast mich nicht so zu mögen wie ich es verdient hätte!“

Damit mir auch ja  niemand mein Vorhaben ausreden kann, bespreche ich meine Abwanderungspläne auch wohlweißlich mit niemandem, dann laufe ich auch nicht Gefahr als eitle kleine rückgratlose Zicke enttarnt zu werden.

Letztlich bleibt es bei der alten Regel: Wer die Kapelle bezahlt bestimmt die Musik die sie spielt! Zahlen kann in zweierlei Hinsicht erfolgen einmal durch monetären Aufwand, aber auch über "Dienstleistungen" FÜR die Gruppe! Sowohl das Geld um die Landmiete zu bezahlen ist überlebenswichtig für die Gruppe, als auch Menschen die in der Gruppe und für die Gruppe spielen.

Klar eine Pledge die selten bis nie im Mittelpunkt eines Plots steht, kann es sich leisten on und off zu gehen wann sie will. Sobald ich aber ein Amt in einer Gruppe bekleide gebe ich diese Freiheit (machen zu dürfen was ich will) zugunsten von mehr Einflussmöglichkeiten auf. Sobald ich einen Gruppe beginne zu beeinflussen übernehme ich auch ein Stück weit die Verantwortung für die Geschicke dieser Gruppe. Wenn es also aufgrund meiner Amtsführung zu Spannungen innerhalb der Gruppe kommt, dann ist es meine Verpflichtung mich mit diesem Problem auseinander zu setzen.

Völlig abwegig erscheint mir die Behauptung, dass einen Gruppenführung so etwas wie der Entertainer der Gruppe sein müsse. Meistens ist es so dass die Anführer einer Gruppe auch finanziell das meiste beisteuern und die Gruppe zu erhalten. Kennt ihr einen Entertainer, der so schlecht und gleichzeitig so selbstherrlich ist, dass er sein Publikum bezahlt damit es ihn weiter auf der Bühne stehen lässt? Wie schlecht und langweilig muss man denn da sein um sich die Frage zu stellen wie viel man bereit ist dafür zu zahlen dass man wieder spielen darf?

Nein, die Unterhaltung muss aus dem den Reihen der Gruppenmitglieder kommen und die Aufgabe der Gruppenführung ist es zu entscheiden welchen Plot die Gruppe verfolgt und auch die ganze Gruppe auf diesem Weg mit zu nehmen.

Früher hörte ich als Begründung warum man zu den Pyrana will, dass man Rollenspiel machen möchte, Abenteuer erleben, ein zu Hause finden will. Heute höre ich meistens nur noch „Ich bin hier um Spaß zu haben.“. Natürlich sind diese Leute sofort maximal beleidigt wenn man ihnen erklärt dass es den Spaß nicht zum Null-Tarif gibt.

Es bleibt unterm Strich nur die Frage: Wo sind sie, die alten Goreaner?

Irgendwer sagte mal zu mir, dass wir alle heute unter unseren Anfängersünden leiden. Als unerfahrene Grünschnäbel haben wir uns Feinde udn Freunde geschaffen. Wir wurden verletzt und haben verletzt. Doch gerade weil viele von uns sich seit drei vier oder noch mehr Jahren "kennen", sollte es eigentlich möglich sein, dass wir einander diese "Jugendsünden" vergeben und wieder einfach um des Spieles willen unser gemeinsames Spiel pflegen.

Wenn es also früher besser war, dann sollten wir wohl am liebsten alle von gestern sein.

Eure
Cori

Samstag, 1. September 2012

Nach der Pause im August


Liebe Leser, die gute Nachricht zu erst: Mein Blog lebt nun wieder. Nach drei Wochen Blogpause habe ich nun, so hoffe ich, ein Konzept gefunden mit dem ich weiter machen kann, ohne mich dauernd über irgendwen ärgern zu müssen.

Da ich aber zur Zeit gerade im Urlaub im von Krisen gebeutelten Griechenland weile, wird es wohl noch etwas dauern biss ich wieder zur vollen Leistungsstärke von 0,882 Blogposts pro Tag auflaufen werde.

Der Rückblick auf den vergangenen Monat lässt ja hoffen: Insgesamt besuchten, 2599 Meschen meinen Blog, wobei rund 1500 erst hier her klickten als der Blog schon pausiert war! Sicher ist diese auch der freundlichen Verlinkung von Corinna zu verdanken, die meinen Post über Transgender auf Gor aufgegriffen hat.

Der Erfolgreichste Artikel des Monats war auch in der Tat eben dieser Bericht. Er erhielt immerhin 60 Klicks. Zu einem echten Dauerbrenner scheint sich mein Blogpost über Sklaverei in der Antike und auf Gor zu entwickeln denn er bekam immerhin 55 Klicks und liegt in der „Alle Zeiten“ Statistik immerhin auf Platz 3 hinter den beiden Black-Shark-Artikeln.

Da ich übrigens weiterhin auf Moorland Bay gebannt bin kann ich jetzt ja auch frei entscheiden was ich in Zukunft weiter schreibe. Da mein Blog auch noch nicht „dicht gemacht“ wurde, so wie man es mir androhte, gehe ich mal davon aus dass da wohl jemand mehr wollte als er tatsächlich konnte. Ich weiß gar nicht wer irgendwann mal sagte, dass man sich mit einem Ultimatum was man nicht durchsetzen kann eher lächerlich macht…

Aber wer weiß, vielleicht muss ich mich ja nächsten Monat vor der GEMA oder so verantworten weil ich jemandes virtuelle Barbie-Puppe (und nix anderes sind Avatare) heimlich fotographiert habe.

Interessant ist, dass die meisten Klicks zwar weiterhin aus Deutschland kommen, aber die Schweiz und Österreich haben ernsthaft geschwächelt und den zweiten Rang den USA überlassen.

Spannendes gab es auch wieder bei den Suchbegriffen. Hier belegt „Sklaverei“ den Spitzenplatz. Aber vereinzelt fand man auch Suchbegriffe wie: „Höhlen Sklavin“, „Mädchen mit Gurt schlagen“, „Sumpfbäume“.

Mein Favorit ist aber: „Coris Sims 3 Welten“! Ich finde dieser Suchbegriff setzt mich endlich in das Rampenlicht dass ich verdiene! (*g*). Nicht nur dass diese Anfrage suggeriert dass ich offenbar mehrere Sims besitze, nein, sie beschäftigen sich auch noch mit drei verschiedenen Welten! Vielleicht mache ich es ja Bart anch und benenne meinen Blog um: „Coris Second Life – Geschichten einer Internetdespotin!“

In diesem Sinne, bleibt mit treue Leser,

Eure
Cori