Freitag, 6. März 2015

Mit dem Laurius nach Norden

(Was bisher geschah...)

Die Piraten hatten, entgegen allen dunklen Vorahnungen, Wort gehalten und die Pyrana an der nördlichen Seite der Mündung des Flusses Laurius an Land gehen gebracht. Die Überfahrt hatte 12 Tage zwei Wochen gedauert. Anfangs waren einige der Jägerinnen Seekrank geworden aber nach drei Tagen hatten sich alle an den Wellengang gewöhnt. Besonders Cori hatte an Bord gelitten.

Kaum jemand aus der Gruppe wusste, dass sie Boote und Schiffe nicht ausstehen konnte. Da sie in den Voltai-Bergen aufgewachsen war hatte sie den Umgang mit größeren Wassermengen nie gelernt. Einst, als sie als Flüchtling zu den Pyrana kam hatte sie nicht schwimmen können. Zwar hatte sie es später von Katu und einem wohlmeinenden Heiler beigebracht bekommen, aber ihre Angst vor Wasser war weiterhin ein Teil ihrer Seele. Von allen Schwestern wusste nur noch Loo um dieses Geheimnis.

Doch die Seefahrt war überstanden und nun ging es wieder zu Fuß den Fluss entlang nach Nordosten.
Als der Abend nahte gab Cori die Befehl einen Lagerplatz zu suchen. Er sollte nicht zu gut einsehbar sein, und vorzugsweise an zwei Seiten von Felsen umgeben sein. Da die Pyrana bisher im Flussbett gewandert waren um das flacherer Gelände auszunutzen kletterten Loo und Okami die Böschung empor und versprachen sich im Wald nach einer Lagerstadt um zu sehen.

Als bald vermeldeten die Späherinnen das man im dichten Wald auf eine verlassene Straße gestoßen war. Nun erklommen alle Jägerinnen den Böschungsabhang, was mit den gewaltigen Mengen an Ausrüstung die zu befördern waren gar nicht so eine leicht war. Immerhin war die Böschungskante anderthalb Mannslängen über dem Niveau des Flusses.

Während die Jägerinnen wachsam der Straße folgten sammelten sie hier und da einige Pilze, die Pinu später zu einer Suppe verarbeiten wollte. Schließlich kam Okami, welche die Vorhut bildete ganz aufgeregt zurück gelaufen! „Ich bin der Straße gefolgt und ich hab was gefunden! Das müsst Ihr euch ansehen!“

Neugierig beeilten sich die anderen Okami zu einem Loch im Boden zu folgen das mit einem Rost aus Brettern verschlossen war.

„Was ist das?“ fragten sie alle gespannt und Cori gab die Antwort: „Das ist ein verdammt guter Lagerplatz!“

Jules stellte fest: „Sieht unheimlich aus!“

Nachdem das geklärt war machten sich die Töchter des Feuers daran den Eingang frei zu räumen und konnten eine gezimmerte Holztreppe erkennen die in die Tiefe führte. Die Wände des Schachtes waren glatt geschlagen und der Grund des Bauwerkes war in der Dunkelheit der Tiefe nicht zu erkennen. „Sollten wir da wirklich runter?“wandte die junge Tooth besorgt ein.

Doch da waren Pinu, Rampel und Danielle bereits die knarrenden Stiegen herunter geklettert und erstatteten nun aus der Tiefe durch lautes Rufen Bericht.

„Wow! Das müsst ihr Euch ansehen, hier unten ist alles voller Kristalle!“, rief Pinu.

Rampel hingegen war auf einer der unteren Stiefen die von feuchtem Moos bewachsen war ausgerutscht, hatte das Gleichgewicht verloren und war fast einen Klafter tief in eine Felsspalte in die Tiefe gefallen. Ängstlich rief sie ihre Schwestern um Hilfe.

In der Sohle des Bergwerkes

Damit war die Entscheidung gefallen. „Bleibt wo ihr seid, wir kommen zu Euch!“ rief Cori in den Schacht hinunter und schon kletterte eine Pyrana nach der anderen in die Tiefe. Als sie unten waren hatten die Anderen Rampel bereits aus der Spalte geholfen. Sie hatte sich leicht am Fußgelenk verletzt doch es schien nichts Ernstes zu sein.
Sodann machten sich die Jägerinnen daran das Bergwerk, denn um ein solches handelte e sich, zu erkunden.

Von der Schachtsohle öffnete sich eine weitläufige Halle in der es auch eine Feuerstelle gab um die einige größere Steinblöcke als Sitzgelegenheiten gruppiert waren. Die Halle war leicht abfallend und durch einen Schmalen Durchlass gelangte man in eine weitere Halle in der ein riesiger, kristallklarer See schimmerte. Hier und da zweigten Stollen ab die tiefer ins Erdreich führten. Ein sonderbares Leuchten schien die ganze Mine zu erfüllen. Das leuchten ging von Kristallen aus die an manchen Stellen an den Wänden und Decken gewachsen waren. Smit war auch klar was in dieser Grube abgebaut worden war. Die seltenen Leuchtkristalle die in vielen Städten als Lichtquellen dienten.

Schnell legte sich Cori einen Plan zurecht. An der Feuerstelle die offenbar den Grubensklaven als Rastplatz gedient hatte würden sie heute Nacht schlafen und ihre Wasservorräte aus dem unterirdischen See auffüllen. Die anderen Stollendurchgänge mussten verschlossen werden. Wer konnte schon sicher sagen, dass nicht tiefer im Inneren der Mine noch andere Bewohner waren oder ob es einen anderen Zugang gab und die Heimkehrer in ihrer Behausung die schlafenden Jägerinnen vorfinden würden.

Trotz der magischen Schönheit des Ortes waren längst nicht alle Schwestern mit diesem Lagerplatz zu frieden. Besonders Jules, Loo und Tooth witterten weiterhin eine Falle oder befürchteten dass die Grube einstürzen könnte. Doch die herzensgute Dani verstand es die Sorgen der Schwestern zu zerstreuen.   


Zusammen mit der leicht humpelnden Rampel setzte sie Wasser auf und richtete die auf dem Weg gesammelten Pilze etwas mitgebrachtem Tabukfleisch an und würzte alles mit Salz und Pfeffer welches Rampel beisteuerte.

"Köchin" Danielle serviert das Mahl
Während das Essen auf dem kleinen Feuer köchelte machten sich Loo und Pinu auf den Weg an die Oberfläche um weitere Vorräte zu organisieren. Die anderen machten es sich um die kleine Feuerstelle so gut es ging bequem. Sie benutzen ihr Gepäck als Sitzpolster, und rieben sich die müden Beine und verspannten Schultern mit heilenden Salben ein. Einige pflegten auch ihre Bögen und fetteten die Sehnen mit Verrfett ein.

Als Pinu und Loo zurück kamen, präsentierten sie stolz das Ergebnis ihrer „Beeren-Jagd“ und die gesammelten Rambeeren gaben einen hervorragenden Nachtisch ab. Doch zuvor servierte Danielle auf einem großen Brett, welches von ihrer Rückentrage abmontiert worden war, das Hauptgericht!

Die Pyrana ließen es ich im Schein der Leuchtkristalle, tief unter der Erde schmecken und das warmen Gefühl im Bauch hob die Stimmung augenblicklich. Wem noch nicht warm ums Herz war, dem wurde durch Okami weiter geholfen die noch einen Flasche des Rums hervorzauberte, die auf dem Schiff irgendwie in ihren Rucksack gefallen sein musste.

Als die Bäuche gefüllt waren und die Flasche die Runde um das Feuer machte, begannen die Jägerinnen wieder über den Alltag und die kommenden Aufgaben zu sprechen.

Jules spekulierte ob man vielleicht einige der Leuchtkristalle aus dem Stein brechen könne um sie irgendwo einzutauschen, ein Plan der sofort Coris Zustimmung fand.

Cori inspiziert die Leuchtkristalle
Rampel hingegen erzählte dass sie vorhabe den zu den Arquana zu reisen um ihnen eine Schrift zu überbringen. Rampel war eine Schwester die Coris Leidenschaft für Geschichte und Zeitdkumentation teilte und so hatte Rampel beschlossen einen Schriftrolle anzufertigen in der alle Banden von Panther- und Talunamädchen verzeichnet sein und mit ihrer Geschichte beschrieben sein sollten. Sie erzählte so aufgeregt von ihrem Vorhaben und ihren bisherigen Erlebnissen mit den Arquana, dass die Schwestern, vielleicht auch ob des Alkohols der nun ihre Gemüter beflügelte schon bald kicherten. Rampel erzählte von einem Sklaven der Arquana den sie für außnehmend schön hielt, die anderen Schwestern wollten zuerst nicht an die Existenz eines solchen Mannes glauben doch als Rampel versprach ein Bild von ihm zu zeichnen, da zankten sie beinahe welche von ihnen das Bild dann in ihre Hütte hängen dürfte. In der kälte der Mine, viel all die angelernte Rauhheit und Härte von den unerbittlichen Jägerinnen ab und zum vorschein kamen zum ersten Mal seit langem wieder die etwas albernen, sorglosen und verspielten jungen Frauen, die sie eigentlich waren. Nur zwei konnten sich der Albernheit nicht anschließen. Loo die Se und Cori die En.


„Nun Du wirst schon bald die Gelegenheit bekommen deine Nachricht zu überbringen, denke ich.“ sagte Cori. „Ich habe gehört das die Arquana regelmäßig einen Mondtanz feiern, bei dem sie sich der Männer bedienen die gerade im Lager sind, vielleicht fällt ja gerade so ein Tanz an, wenn wir da sind.“ Sprach sie weiter.

„Wann treffen wir die Arquna?“ fragte Rampel

„Nun,“ sagte Cori, „jetzt sind wir an der Mündung des Laurius. Wir werden einige Passang dem Fluss landeinwärts folgen, in Richtung Nordosten. Aber irgendwann müssen wir nach Norden abbiegen und dann werden wir wahrscheinlich auf das Revier der Arquana treffen.“

„Hast Du vor sie nach der Blume zu fragen, En?“ wollte Jules wissen.

„Bist Du verrückt, Jules?! Sobald die Arquana wissen, dass wir etwas haben, oder in unseren Besitz bringen könnten, was auch sie gern hätten, werden sie versuchen es uns weg zu nehmen.“ Sagte Cori schroff.

Conversation am Feuer unter Tage
„Aber einfach nur im Dunkeln durch ihren Wald schleichen? Stellst Du dir das so vor?“ fragte Jules wobei sie ihre Hände zu Fäusten ballte.

„Na an was hast Du denn gedacht? Dass wir mit einer Flasche in der Hand an ihr Tor klopfen und um Unterkunft für einen Tag bitten?“, die Ironie in der Stimme der En war nicht zu überhören.

„Keine Ahnung, vielleicht, dass wir versuchen eine Geisel zu nehmen, als Versicherung freies Geleit, oder so.“

„Eine Geisel? Von den Arquana? Und damit einen neuen Krieg riskieren?“

Jules schwieg. Sie war noch nicht so lange im in der Gruppe, aber das ori auf die Arquana gereizt reagierte war auch ihr schon aufgefallen.

„Nein, ich denke das Beste ist, wenn wir versuchen ihr Revir zu umgehen, oder es unbemerkt zu durchqueren. Vergesst nicht, wir suchen eine Pflanze die uns zu großer Macht verhelfen kann. Wir sollten kein Risiko eingehen bevor wir diese Macht nicht in unseren Händen halten.“, sagte Cori.

Jules seufzte: „Also gut, wenn Du es unbedingt so willst, aber ich höre die Arquana schon über uns lachen, wenn sie uns dann doch bemerken, wie wir heimlich durch ihren Wald ziehen.“

„Wir werden sicher nicht den ganzen Weg auf leisen Sohlen von Deckung zu Deckung huschen, Jules. Aber ich sehe beim besten Willen nicht wie ein Kontakt zu ihnen uns weiter bringen soll.“

Juels nickte: „Wahrscheinlich hast Du Recht, Cori. Es ärgert mich nur, dass wir uns vor ihnen verstecken.“
Nach und nach zogen sich die Schwestern auf ihre Schlafplätze zurück. Schnell teilten sie sich selbst die Nachwachen zu und schon bald schliefen sie fast alle. Nur Cori lag eingewickelt in ihre Decke beim Feuer und konnte keinen Schlaf finden. Plötzlich kam ihr die ganze Suche wie eine Wahnidee vor. Sie hätte die Geschichte mit der Blume vergessen sollen. Sie hätte sie einfach nicht weiter verfolgen dürfen. Dann würden sie jetzt friedlich in ihrem warmen Lager sitzen und die Welt wäre wie immer. Doch sie hatten zu viel Staub aufgewirbelt als sie Informationen über die Pflanze eingeholt hatten. Nun gab es kein Zurück mehr und eine erneute Konfrontation mit den Arquana schien unvermeidlich.

Die einzige Chance war, dass die Pyrana mit einzelnen Späherinnen das Gebiet so gut erkundeten, dass sie es mit der großen und deutlich langsameren Gruppe schnell und zügig durchqueren konnten. Darum würde sie schon Morgen Späherinnen ausschicken die den Weg zu jeder Quelle, den Verlauf jeder Straße und jedes Wildwechsels, sowie die Position aller Höhlen und Verstecke erkunden sollten. Wenn die Pyrana genau wussten von welchem zu welchem Punkt sie sich bewegen mussten und auch welche Route die geeignetste war, dann hatten sie gute Chancen das Gebiet unbemerkt zu durchqueren.

(...und es geht weiter!)
 

Donnerstag, 5. März 2015

Bei den Piraten



Während sie auf die Rückkehr von Okami und Moira warteten bemerkten die Jägerinnen auf dem Wasser ein kleines Boot. Es war aus einer versteckten Grotte in den Felsen hervor gekommen und war mit zwei Personen besetzt von denen eine äußerst Interessiert mit ihren Blicken die Frauen am Strand fixierte.

Die En der Pyrana war insgeheim froh, dass die Bewohner dieser Bucht, welche sie zweifelsfrei für Piraten hielt, so offen zeigten. Bezüglich ihrer Stützpunkte eilte den Piraten Gors der Ruf voraus so ungastfreundlich zu sein wie die Talunamädchen mit ihren Lagern und Tanzplätzen.

Cori deutete mit dem Finger auf das Boot und machte ihre Schwestern auf das Seefahrzeug aufmerksam. „Soll ich Okami und Moira zurück holen?“ fragte Loo, doch Cori wollte erst abwarten.
Stattdessen stand sie auf, ging zum Wasser und winkte mit einem Tuchfetzen der sonst an ihrem Rucksack befestigt war, den Bootfahrern zu.

Die größere Gestalt nahm darauf ihren Hut vom Kopf und winkte damit zurück. Dann rief die Gestalt etwas, das so klang wie „Was wollt Ihr?!“

Die Verständigung war auf so eine weite Distanz alles andere als einfach. Lara schrie aus Leibeskräften: „Wir sind auf einer langen Reise, wir wollen hier rasten!“ und Cori versuchte die Kommunikation dadurch zu verbessern dass sie die Boosfahrer auffordert an Land zu kommen: „Kommt an Land, wir wollen eine Passage kaufen, in die nördliche See!“

Doch darauf ließen sich die Piraten nicht so einfach ein. Zuerst mussten die Jägerinnen all ihre Waffen am Strand ablegen. Die Schwestern tauschten nervöse Blicke aus. Ohne ihre Bögen und Speere waren sie den Freibeutern schutzlos ausgeliefert. Doch schließlich nickte Cori: "Wenn die nicht völlig verschlafen sind, sind ist in diesem Augenblick auf jede von uns schon eine Armbrust gerichtet. Wenn sie uns hätten töten wollen, hätten sie nicht solange warten müssen."

In diesem Augenblick kamen auch Okami und Moira zurück, sie waren nicht weit gekommen und an einer natürlichen Felsenbrücke, die einen Teil der Bucht überspannte, auf zwei Piratinnen getroffen. Ob diese Frauen tatsächlich an Bord eines Schiffes einen Aufgabe hatten, oder eher an Land die Funktionenen von Lagerverwalterinnen und Wirtschafterinnen ausübten vermochte Cori nicht zu sagen, jedenfalls waren sie offenbar als Unterhändlerinnen mit den Pyrana ausgesucht worden.

Die beiden Frauen, die für Coris Geschmack sehr fremdartig gekleidet waren, stellten sich als Ariella und Nuya vor. Lara begrüßte die zwei Piratinnen mit einem höflichen „Tal Ladies“. Einerseits waren die beiden fast wie die Frauen aus der Stadt gekleidet, allerdings trugen sie ihre langen Haare offen und auch ihre Gesichter verhüllten sie nicht, so wie Cori es aus den Städten des Südens gewohnt war.

„Habt Ihr nicht einen ordentlichen Paga, für eine ehemalige Piratin?“ fragte Okami und versuchte so direkt eine Beziehung zu den beiden aufzubauen.
„Paga, haben wir nicht, aber Rum.“, gab eine der beiden Frauen zurück.
Die Andere fiel ein: „Wenn das ein Freundschaftsbesuch ist, dann lasst all eure Waffen hier und folgt uns.“
Abermals wurden die Pyrana einer kritischen Musterung unterzogen und unter einigen Unmutsäußerungen legten auch die letzten Jägerinnen ihre Waffen in eine der Kisten. Als dieser heikle Punkt abgehakt war führten Ariella und Nayu die Pyrana zunächst über die Felsenbrücke und von dort auf einen flach auf dem Wasser Schwimmenden Pontonsteg, der Teils mit Pfählen ruhte die in den Grund der flachen Lagune getrieben worden waren, oder auf leeren Fässern schwamm.

Schließlich erreichte die Gruppe einen breiteren Steg, der deutlich besser befestigt war. Cori war insgeheim sehr erleichtert, hatte sie sich als gebürtige Treverin, doch nie so richtig mit dem nassen Element anfreunden können. Boote, Schiffe oder wackelige Brücken waren ihr ein Greul.

Hier wurden die Pyrana aufgefordert sich außerdem von ihren Rucksäcken und dem sonstigen Gepäck zu trennen. Die Furcht der Piraten vor einem hinterhältigen Angriff war offenbar so groß, dass Cori nicht sicher war ob es eine gute Idee war ausgerechnet diese Piraten um Hilfe zu fragen. Wenn sie sich bei einer Handvoll Talunas schon so besorgt gaben, was sollte erst werden wenn sie auf hoher See einem Fisch begegneten?

Moira erklärte sich bereit bei dem Gepäck zu warten um sicher zu gehen dass es nicht in den Fundus der Piraten überführt wurde. Zwar gab Nuya der Pyrana ihr Wort, dass nichts weg kommen würde, aber Okami riet zur Vorsicht und ihr glaubten die Pyrana deutlich mehr, als den beiden Frauen vor sich. Die anderen Jägerinnen wurden in eine einstmals provisorische Taverne geführt die mit der Zeit zu einer festen Installation in dem Stützpunkt geworden zu sein schien.

Hier wurden sie gebeten an einem kleinen Runden Tisch Platz zu nehmen. Zögerlich kamen die Pyrana der Aufforderung nach, nur Okami fühlte sich als wäre sie seit langem wieder zu Hause, ging rasch hinter die Theke und angelte sich eine Flasche dieses „Rum“-Getränkes. Zu Coris großer Überraschung schien niemand Anstalten zu machen sie auf zu halten. Bald waren alle Anwesenden mit geistigen oder gewöhnlichen Getränken versorgt. Cori staunte nicht schlecht darüber wie frei sich Frauen hier in der Taverne bewegen durften ohne direkt von einem der Männer auf ein Lager gezerrt zu werden. Frauen in einer Taverne, etwas dass in weiten Teilen Gors undenkbar war, schieb hier alltäglich zu sein.

„Nun, was führt Euch in diese Gegend?“ fragte die Frau die man Nuya nannte.
Cori betrachtete die beiden Piratinnen eingehend und war froh das Okami antwortete und so die Aufmerksamkeit auf sich zog: „Unsere En will Euch anheuernd damit ihr uns wohin fahrt.“
„Wohin genau?“ hakte Nayu nach.
„Genau, bedeutet das, wir brauchen Euer Schiff für eine Passage nach Norden. Mindestens bis zum Voskdelta oder zur Mündung des Laurius.“
Nayu und Ariella tauschten kurz Blicke aus, dann sagte Nayu: „Das wird aber nicht billig, könnt ihr Euch das denn leisten?“

Nun gingen die Verhandlungen los. Es war schwieriger als auf dem En’Kara-Markt. Zunächst wollten die Piraten Gold haben, was Cori mit einem Lachen abtat und sagte sie würde sich andere Piraten suchen. Dann zückte Loo einen Rubin und spielte damit herum. Edelsteine waren ebenfalls interessant für die Seeräuber und so kam man einem Handel langsam näher während die Vorräte an alkoholischen Getränken langsam immer weiter reduziert wurden.

Schließlich einigte man sich auf einen Rubin und einen Smaragd, sowie einen Gefallen den die Pyrana den Piraten von nun an schuldeten. Im Anschluss besichtigten die Jägerinnen das Schiff welches die Piraten für diese Fahrt ausgewählt hatten. Das Schiff trug den stolzen Namen „Insanity“. Es war eine schlanke Galeere mit einem dunkel bemalten Rumpf, die einst sicher der Stolz einer jeden Flotte gewesen wäre, inzwischen aber doch in die Jahre gekommen war und vor allem hatten die Piraten ein unendliches Geschick darin entwickelt nur die Teile des Schiffes zu warten und in Stand zu halten, die für die Seetüchtigkeit und den Kampf unerlässlich waren. Die nächsten Wochen würden äußerst unkomfortabel werden. Allerdings war die Alternative, die ganze Strecke zu Laufen, auch nicht besser.


(...und es geht weiter!)

P.S.: Wir wollen uns an dieser Stelle herzlich bei den Void Pirates bedanken, die spontan bereit waren uns bei unserem RP zu unterstützen. Wir haben in einem gemisch aus Deutsch, Englisch und Translatorsprech, glaube ich noch was ganz schönes hin bekommen. Das wiedersehen mit alten Freunden war natürlich ein besonderer Leckerbissen!

Aufbruch gen Norden

(Was bisher geschah...)
 Die Morgen zeigte sich den Pyrana von seiner schönsten Seite. Schon früh herrschten angenehm warme Temperaturen und eine strahlende Sonne färbte den Himmel der hier und da durch das dichte Blätterdach des Dschungels zu sehen war in ein tiefes dunkles, wolkenloses Blau.
Nach einem kurzen Frühstück, welches aus einem Brei aus Wildverr-Käse, gestampften Sa-Tarna-Körnern, etwas Boskmilch und Wasser bestand, machten sich die Jägerinnen daran sich für die große Expedition zu rüsten.
Einen Großteil des Weges würden sie zu Fuß zurück legen müssen, damit gehöhrten Lederstücke die mit geflochtenen Riemen um die Füße gebunden wurden bei jeder Jägerin zum Gepäck. Zwar liefen die Waldmädchen die meiste Zeit Barfuß, doch bei solangen Strecken musste man Vorkehrungen treffen. Eine verletzte Jägerin die sich die Füße wundgelaufen hätte, würde die ganze Gruppe aufhalten.

 Darüber hinaus wurden Vorräte eingepackt, Bandage, Heilsalben, Kräuter, Kochgeschirr, Zeltplanen, Schlafsäcke, Feuersteine, Kletterseile, Schleifsteine und die eine oder andere Jägerin dachte sogar daran ein Spielzeug oder ein kleines Musikinstrument mit zu nehmen, welches in der Fremde einen Hauch von Heimat vermitteln sollte.
Bis zum Nachmittag war das Lager soweit aufgeräumt, dass man es einige Zeit allein lassen konnte und alle Ausrüstung in Tragetaschen und Rucksäcken verstaut. Mit leichter Wehmut verließen die Pyrana ihr Camp.
Immer wieder mahnte En und Se zur Eile denn sonst würde man bis zum Einbruch der Dunkelheit nur wenige Passang zurücklegen können Cori hatte die Hoffnung heute noch weit genug nach Westen zu kommen um nicht im Gebiet der Wakanda übernachten zu müssen. Zwar respektiere Cori diesen Stamm sehr, doch so richtig über den Weg traute sie dieser Gruppe auch nicht.

 Zum Glück verlief die Wanderung durch den Dschungel nach Westen weitgehend ereignislos. Am Tage kam die Gruppe schnell voran und in der Nacht wurden sie nicht von ungebeten Gästen oder wilden Tieren behelligt. Nach zwei Hand die sie durchgehend gelaufen waren sahen sie im Süden die Türme und Mauern der Stadt Kargesh. Doch in der Stadt würden sie keine Hilfe finden. Die Pyrana waren Gesetzlose, die jede freie Mann nach belieben festnehmen und versklaven oder töten konnte, wenn es ihm beliebte. Daher hatten die Städte in Coris Plan nie eine Rolle gespielt.
Nun hieß es, weiter an der Küste nach Norden zu laufen und zu hoffen auf eine der vielen Niederlassungen oder verbotenen Piratenstützpunkte zu treffen, die von hieraus die südliche Thassa unsicher machten.
Drei Tage wanderten die Pyrana, die schimmernde Thassa zur Linken und den Wald zur Rechten nach Norden. Endlos erstreckte sich Bucht an Bucht und ein Strand war schöner als der andere. Es musste herrlich sein in einer Stadt wie Kargesh zu leben, dachte Cori mehrmals wenn sie die Schreie der Möven hörte oder das Glänzen des Sonnenunterganges auf den Wellen beobachtet.
Die Jägerinnen liefen stets am Saum des Waldes und richteten die Blicke sorgenvoll gen Himmel. So nah an einer Stadt bestand immer die Gefahr von einem Tarnreiter aus der Luft entdeckt und verfolgt zu werden. Ein Risiko das die En zu so einem frühen Zeitpunkt der Reise nicht eingehen wollte, daher versuchte die kleine Gruppe ihren Weg so zu wählen, dass sie jederzeit, wie sie es gewohnt waren, ins Unterholz springen und sich verstecken konnten.
So liefen sie Stunde um Stunde bis sieschließlich auf mehrere leere Kisten stießen die Auf dem Strand standen. Etwas weiter öffnete sich eine größere Bucht in der zahlreiche Klippen zu sehen waren die das Meer in jahrelanger Arbeit freigewaschen hatte.
Cori streifte ihren Rucksack ab und streckte sich. Dann setzte sie sich in den warmen Sand und blickte in Richtung der Bucht und der Felsen darin. Dann wandte sie sich an die ihre Begleiterinnen von denen einige, wie zum Beispiel Lara ihrem Beispiel gefolgt waren: „Wir müssen Rausfinden ob es in dieser Bucht und zwischen den Felsen gefährlich ist. Die Kisten hier, sprechen dafür dass hier Leute leben.“
„Soll ich mal rufen?“ fragt Moira.
„Nein, bei allen Göttern, Moira! Wir werden zwei Späherinnen schicken.“, ordnete Cori an. „Gibt es Freiwillige?“
Keine der Pyrana war besonders wild darauf in den engen Schluchten, Höhlen und Felsspalten einer Piratenbande in die Arme zu laufen. Schließlich schlug Moira vor: „Ich könnte gehen mit Okami.“
Cori nickte: „Okami ist eine gute Wahl. Wenn hier Leute wohnen dann sind das sicher nicht die braven Bürger von Kargesh, sondern Menschen die es aus irgendeinem Grund nötig haben hier im Vorborgenen zu leben und mit diesem Schlag Menschen kannst Du einfach am besten umgehen Okami.“
Die beiden Späherinnen nickten, Nahmen die Ausrüstung auf die sie brauchten, prüften ihre Messer und Bögen und machten sich dann auf den Weg. Die Anderen blickten ihnen nach und machten, streckten ihre müden Beine im warmen Sand, tranken Wasser oder kauten von den knappen Brotvorräten.

(...und es geht weiter!)

Mittwoch, 4. März 2015

Mal wieder Zeit….


Jeder der in SL ist hat wohl von Zeit zu Zeit so Phasen in denen man einfach keine Lust mehr hat. Man fühlt sich komplett missverstanden, alles Projekte die man vorhat scheinen zu scheitern und von irgendwo kommt immer noch jemand daher, der meint einem nun endlich mal die notwendige Kritik überbringen zu müssen, die dann selten positiv ausfällt.

Gestern war für mich so ein Tag. Eigentlich war ich ganz wohl gelaunt gestartet und hatte mich mit viel Elan daran gemacht, das RP um die „Leutblume“ weiter zu organisieren und es war mir auch einiges gelungen.

Bis zu dem Moment als ich eines gewissen Mitspielers gewahr wurde, den ich einst die Frechheit besessen hatte, ob seiner knapp zweihundert Worte umfassenden Emotes, nicht über den grünen Klee zu loben sondern dem ich damals schrieb, dass es den Spielfluss doch erheblich stört, wenn man für einen Drei-Sätze-Dialog eine halbe Stunde benötigt.

Erst riet der Mann mir seinerzeit zum Selbstmord, dann drohte er mich zu verklagen und schließlich bannte er mich auf jeder Sim die er fürderhin bezog, selbst als diese Sim gar keine Gor Sim mehr war sondern er sich einem neuen Rollenspiel, Game of Thrones, zugewandt hatte. Selbst heftiges Winken mit der Friedensfahne brachte da keine Abhilfe.

Dann haben wir da den virtuellen Fenstergucker, der penibel darüber Buch führt wann ich mit wem auf der Sim auftauche und was ich dann bei seinen Nachbarn angestelle. Unabhängig davon ob die Nachbarn meine Handlungen unfair finden oder nicht muss dieser Mensch mich natürlich haarklein darüber aufklären was ich denn nun falsch gemacht habe, dass es so nicht geht und dass ich mich doch nun wirklich endlich mal benehmen könnte.

Dann ist da noch die allwissende Erfinderin von Gor persönlich. Eine junge Dame die zwar nach eigener Aussage nicht eitel ist, aber dennoch in ihrem Profil vermerkt hat dass nicht nur Jägerin in ihrer Gruppe ist, sondern auch noch Se und Schamanin. Also eine eierlegende Wollmilchsau. Dass man deswegen auch unbedingt noch Waffentesterin in einem größeren Simverbund geben muss in dem man nicht mal spielt und somit Zugriff auf die Gruppeninternen Chats dieser Gruppe hat macht die eierlegende Wollmilchsau quasie zu einer eierlegenden Dukatenscheißerwollmilchsau. Jedenfalls muss die auch aller Nase lang angeschissen kommen und mir erklären wie die Welt funktioniert und dass ich doch so böse und niederträchtig nicht weiter machen kann von ihr könne ich noch was lernen.

Aus der selben Gruppe kommt meine Freundin Sailor Moon, regelmäßige Leser meines Blogs kennen Sie ja schon. Sailor Moon wohnt in einem Trum von einer Festung, der aussieht als hätte man ihn mit einem Sandkuchenförmchen meines Sohnes gebaut. Ein selten hässliches Gebilde, aber effektiv. Sailor Moon hat laut eigener Aussage ein enormes Vergnügen daran mir Dinge kaputt zu machen und darin ist sie äußerst geschickt. Meist bedient sie sich der Weitergabe von OOC-Informationen die meine Pläne dann meist zum Scheitern verurteilen.
Auch mit so einer muss man sich halt auseinandersetzen.

Tja und dann ist da noch die große Zahl derer die mit der überlegenen Attitüde der Langeweile, ihr ganzes Selbstbild daraus schöpfen gute Kämpfer zu sein. Wie langweilig muss das zweite Leben für diese Leute sein? Kein Kampf ist noch eine richtige Herausforderung und Gefahren im RP bestehen für diese Leute auch meist nicht, da sie in der Lage alles auf eine Meterkampfentscheidung zu fokussieren und diese Meterauseinandersetzung für sich zu entscheiden. Auf tieferes RP lassen sie sich meist sowieso nicht ein. Also das wechselseitige Hin und Her was einer guten Dramaturgie inne wohnt, gibt es nicht, denn der gute GM-Kämpfer gewinnt gegen den schlechten. Aus dem Hin und Her wird dann nur noch ein Hin.

Grotesk wird es aber wenn ein drückend überlegener Gegner, der eh schon 2:1 in der Überzahl ist, auch noch verschiedene Grauzonen im Regelwerk ausnutzen muss um aus einer 2:1 Überlegenheit eine 3:1 Überlegenheit zu machen und dann auch noch pampig wird wenn man sich erdreistet das zu kritisieren.

Das war auch gestern irgendwie die Lapalie die für mich das Fass zum überlaufen gebracht hat. Man beginnt ein RP zwei gegen zwei und am Ende des Kampfes sieht man sich sechs Gegnerinnen gegenüber die dann auch noch theatralisch enttäuscht tun, weil sie einem so einen dummen Angriff ja nicht zugetraut hätten. Nee ehrlich, ich finde dass jeweils die stärkere Gruppe in besonderem Maße verpflichtet ist, sich an das Fairplay zu halten. Andere Leute sehen das nicht so. Andere Leute die sich eben noch als deine Freunde ausgegeben haben wollen nun nix mehr von Dir wissen. Wenn man nicht artig den Kürzeren zieht, dann muss man eben mit sich selbst spielen.

Jedenfalls habe ich all diese Leute in der letzten Woche in geballter Front vor den Latz bekommen und da fiel mir auf wie wenig kompatibel SL-Gor und ich eigentlich sind.  
Mein Wertesystem aus Fairness, Höflichkeit, Autorität und Freundschaft besteht den Test, den SL an mich stellt eindeutig nicht.

Wenn so was vorkommt muss man sich natürlich Fragen ist meine System falsch oder der Test nicht richtig. Immerhin hat mich dieses Wertesystem in den letzten Jahren recht gut durchs Leben gebracht, nur in SL scheint es am laufenden Band zu versagen. Daher war ich gestern einmal mehr der Ansicht Gor uns SL nichts für mich sind. Ich übergab meiner Stellvertreterin Loo unsere Stammeskasse, sagte ihr was im Weiteren aus dem Leuchtblumen-RP werden soll, wünschte ihr viel Erfolg und war fast draußen, als mir zwei meiner Schwestern über den weg liefen.

Beide sind genau so temperamentvoll wie ich und beide haben einen wunderbar lockeren und flapsigen Humor. Sie waren natürlich sehr erschrocken, als ich ihnen mitteilte, dass ich vorhabe SL zu verlassen. Wir haben uns dann zusammen gesetzt und viel geredet. Und schließlich habe ich für mich eine Entscheidung getroffen mit der man glaube ich leben kann.

Ich werde sehen, dass ich mich von Leuten die mir nicht gut tun einfach fern halte und mehr im Kreise derer spielen, die nicht ständig versuchen müssen mir zu beweisen wie viel besser sie sind, wie viel schlauer oder wie viel edler. Ich werde einfach RP in meiner Gruppe machen und fertig. Vielleicht kommt der Spaß ja langsam wieder und ich habe vielleicht auch irgendwann mal wieder Lust was nach außen zu machen.

In diesem Sinne

Eure
Cori

Montag, 2. März 2015

Der Traum

(Was bisher geschah...)

Wenig später lag Cori in ihrer Hütte und schlief. Ruhe war im Lager eingekehrt. Nur die Nachtwachen die auf der Palisade hockten und versuchten etwaige Angreifer in der Dunkelheit auszumachen, stießen gelegentlich mit ihren Bechern aneinander und raunten sich ein leises „Ta Sadar Gor“ zu bevor sie ihren Tee mit einem Schuss Paga tranken um sich anschließend wieder in die Dunkelheit und zu vertiefen.

Wenig später lag Cori in ihrer Hütte und schlief. Ruhe war im Lager eingekehrt. Nur die Nachtwachen die auf der Palisade hockten und versuchten etwaige Angreifer in der Dunkelheit auszumachen, stießen gelegentlich mit ihren Bechern aneinander und raunten sich ein leises „Ta Sadar Gor“ zu bevor sie ihren Tee mit einem Schuss Paga tranken um sich anschließend wieder in die Dunkelheit und zu vertiefen.

Cori träumte einen wirren Traum. Fetzen von Szenen und Erlebnissen mischten sich mit Bildern von Dingen die sie nur aus Erzählungen kannte und die die Phantasie ihr inszenierte. Trotzallem war dieser Traum so real, das die En das Gefühl hatte, sie könne die Personen die in ihrem Traum vorkamen berühren.
Da war zunächst einmal Xenia, die ehemalige En der Arquana. Cori war eine junge Pledge und sah wie die Arquana in einer wütenden Horde über die Palisadenzäune des Pyranacamps kletterten…dann sah sie sich selbst, als Schamanin, gefangen in einem Käfig eingesperrt im Lager der Arquana…wieder später sah Cori sich als En, ihr Messer an Xenias Hals…doch da waren Schreie im Hintergrund. Klagende Laute. Laute die ein Mensch nur von sich gibt wenn er körperlich leidet und seine Seele gedemütigt wird.  

Cori war sich bewusst dass es ein Traum war und doch wusste sie jede Szene, jedes Bild einzuordnen, kannte die Vorgesichte und Kosequenzen. Sie wusste um die Feindschaft zu den Arquana, die Wut im Bauch die bereits die erste En und Gründeirn der Pyrana ihnen allen eingeimpft hatte, dann war Cori unter Katu in den Krieg gegen die Schwestern des Wassers gezogen und hatte erlebt wie man Katu fast ermordet hätte.

Später war es Cori selbst gewesen die die Pyrana immer wieder gegen die Arquana in den Krieg geführt hatte, bis die Arquana in einem Bündnis aus Arquana, Jushee to sea und den Sa me Arcana mit einem gewaltigen Tross das Lager der Pyrana angegriffen hatten und die Pyrana vernichtend geschlagen hatten. Allein die Übermacht war erdrückend und doch hatten die Arquna zusätzlich noch eien Spionin in das Lager der Pyrana geschleust. Die Schlacht hatten die Pyrana nach erbittertem und verbissenem Widerstand zwar verloren und doch war die Schlacht von Turia für die sieben Pyrana die an diesem Tag Seite an Seite einer mehr als dreifachen Übermacht entgegen gestanden hatten zu einem Tag des Stolzes geworden. Ein Tag an dem sie hatten beweisen können, dass eine Pyrana so gut und tapfer kämpfte wie drei Arquana.

Und Cori erinnerte sich wie sie Xenia gefangen hatte um sie zu einer Bogenschwesternschaft zu zwingen. Einem Ritual dass die beiden Bogenschwestern so eng verbinden sollte, dass kein Krieg mehr zwischen ihnen möglich sein sollte.

Nun folgten die dunkelsten Bilder des ganzen Krieges, der Tag an dem Lissy, um zu vertsuchen dass sie gerne die Gefangene eines Nordmannes gewesen war, Loo, die wohl freundlichste und hilfsbereiteste aller Jägerinnen zu Unrecht beschuldigte ihr nicht geholfen zu haben. Lissy hatte ihre Lüge so überzeugt vorgetragen dass ihre Schwestern der Arquana ihrem Aufruf folgten und Loo, die ohne Schuld war misshandelten.

Nun erkannte Cori auch wessen Schmerzenschreie sie während des ganzen Traumes gehört hatte. Mit rasendem Puls und schweißgebaet schreckte sie aus dem Traum empor und starrte auf die geflochtene Wand ihrer Hütte.

Die Intrige die Lissy gegen Loo geführt hatte war bis heute nicht vergolten. Xenia, die En der Arquana war verschwunden und nun führte eine neue En die Arquana. Eine junge und attraktive Frau die auf den Namen Ayana hörte. Würde es unter ihr Frieden zwischen den Pyrana und Arquana geben? Sollte das möglich sein? Nein, dachte Cori. Keinen Frieden für die Arquana.

Ihr Blick streifte in der windschiefen Strohhütte umher und blieb auf der schlangen Gestalt von Loo haften, die in eine dünne Decke eingehüllt auf der anderen Seite der Hütte schlief. Die beiden Frauen waren die ältesten Pyranas und waren von je her Freundinnen gewesen. Seit Jahren teilten sie sich eine Hütte obwohl sie nie mehr geteilt hatten als die Hütte, so wie es zwischen manchen Jägerinnen geschah, so verband die beiden Frauen doch eine innige und tiefe Freundschaft.

Loo würde es nicht wollen, dachte Cori. Die Wunden auf Loos Rücken waren längst verheilt, doch die Narben welche Lissys Niedertracht in den Herzen der Pyrana hinterlassen hatte waren bis heute nicht verschorft. Trotzdem, so sehr Cori auf Rache brannte und so sehr sie sich blutige Rache wünschte, so sicher war sie doch dass Loo es nicht gut heißen würde.

Was Cori mit den Arquana und der Blume vorhatte, war ähnlich niederträchtig wie das was Lissy getan hatte und Cori war sich bewusst, dass sie sowohl billigend den Tod aller Arquana in Kauf nahm als auch das Leben ihrer eigenen Schwestern riskierte.

Hatte sie das Recht dazu? Erst vor wenigen Tagen hatte Lissy sehr bewusst ihre Schandtat ins Gedächtnis der Pyrana gerufen, wohl wissend wie sehr diese Geschichte die Pyrana demütigen würde. Lissy hatte den Tod verdient und er müsste langsam und qualvoll sein, soviel stand fest. Aber waren das immer noch die Arquana gegen die Cori all die Jahre gekämpft hatte?

In einem Kampf gegen die Arquana, bei Verhandlungen um eine Schwester und völlig überzogene Forderungen der Arquana war Cori verletzt worden. Die Arquana hatten sie schwer verletzt im Wald gefunden und sie hatten sie behandel und ihr wahrscheinlich das Leben gerettet. Das musste an fairerweise zugeben. Die Gesichter die Cori gesehen hatte waren neue, junge und unverbrauchte Gesichter gewesen. Gesichter die nicht wussten was Arquana und Pyrana einander in der Vergangenheit angetan hatten. Durfte man diese jungen Frauen büßen lassen für ein Verbrechen das von der Generation vor ihrer begangen worden war?

Andererseits: Durfte man die Schlange Lissy davon kommen lassen nur weil ihr die Gnade eines lange Lebens geschenkt war und ihre Komplizinnen inzwischen alle der großen ewigen Jagd nach gingen?
Cori griff nach ihrem Wasserschlauch und nahm einen Schluck von dem kühlen klaren Wasser…was sollte sie tun? Konnte sie etwas tun was gegen Loos Überzeugungen war und wenn sie sich dagegen entschied, war das dann nicht gegen ihre eigenen Überzeugungen?

Resigniered legte sie sich wieder hin. Sie würde in dieser Nacht nur noch wenig Schlaffinden so viel war sicher, dann gab sie sich wieder ihren düsteren Gedanken hin.

 (Und es geht weiter...)