Montag, 9. März 2015

Rast in den nördlichen Wäldern

(Was bisher geschah...)

Die Gewaltmärsche durch das Arquanaterritorium hatten die Pyrana erschöpft. Allen mangelte es an Schlaf und alle klagten über schmerzende Beine und einen Schmerzenden Rücken. Obwohl die Stimmung in der Gruppe tief gesunken war, spornte Cori ihre Schwestern immer weiter zur Eile an. Der Kundschaftersklave der Arquana hatte sie mit Sicherheit gesehen. Er hatte die Arquana auch mit Sicherheit benachrichtigt. Es war höchst unwahrscheinlich, dass man die Pyrana nicht verfolgte.

Immer wieder blieb Cori stehen und ließ die Reihe ihrer Schwestern an sich vorüber ziehen. Viele trotteten missmutig vor sich hin, einige Schwestern die noch viel Kraft zu haben schienen, boten an den schwächeren Frauen Teile ihres Gepäcks abzunehmen. Die Pyrana brauchten eine Pause.
 
Als Pinu sich mit ihren Schwestern Okami und Angel beriet die lange bei unter der Flagge der Bandulo Piraten zur See gefahren waren, allerdings zuvor ebenfalls in den Wäldern gelebt hatten, da schlugen sie vor, die Gastfreundschaft der Ki’Kara-Jägerinnen zu erbitten. Die Ki’Kara waren eine Bande von Panthermädchen. Die Pyrana hatten bisher nicht wirklich viel Kontakt zu den Jägerinnen aus den Nördlichen Wäldern gehabt, die wenigen Kontakte die es gegeben hatte, waren allerdings von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen. Von Freundschaft zu sprechen wäre vielleicht übertrieben gewesen, aber die Pyrana achteten die Ki’Kara ob der Geschichten die über die Taten der streitbaren Ki’Kara immer wieder in die Wälder des Südens drangen und umgekehrt schienen auch die Ki’Kara Achtung davor zu haben wie die Pyrana stets und unabhängig von jeder Allianz überlebten.

Hörte man den Namen der Ki’Kara so war dieser stets mit einem Namen eng verknüpft, mit dem Namen Luq. Sie selbst hatte die Ki’Kara lange angeführt doch nun wurde sie von ihren Schwestern ehrfurchtsvoll „Mutter“ genannt, hatte das Amt der Ersten an eine andere Jägerin überragen die Cori nicht kannte, doch im Hintergrund schien Luqs Wort bei den Ki’Kara noch immer die Kraft eines Gesetzes zu haben.
An der Grenze zum Revier der Ki'Kara
Bei Luq würde man den Pyrana helfen, darauf hoffte Cori. Die Suche nach dem Lager der Ki’Kara gestaltete sich einfacher als erwartet. Den Pinu schien in ihrer Weiten Sippschaft auch hier Anverwandte zu haben und verstand es genau die geheimen Hin
weise die sich hier und da im Wald fanden zu lesen.

Das Lager der Panthermädchen lag auf einem felsigen Grat und war nur über eine Reihe von Hängebrücken und schmalen Pfaden zu erreichen. Eine wirkliche Sicherung im Sinne eines Zauns oder Walls, so wie bei den Pyrana und Arquana schien es nicht zu geben. Links und rechts des Weges saßen hier und da schwarze Larl doch sie schienen keine wirkliche Notiz von den Jägerinnen zu nehmen.

Das Zentrum des Lagers wurde von einer Feuerstelle gebildet um die herum einige leichten Hütten aus Reisig und Schilf errichtet worden waren. Um das Feuer herum standen zahlreiche Kisten oder größere Felsblöcke die als Sitze dienten.

Als die Ki’Kara auf die Pyrana aufmerksam wurden begrüßten sie diese freundlich, waren sie doch durch ihren Schmuck aus Federn gut als Pyrana zu erkennen und somit ging für die Ki’Kara keine offensichtliche Gefahr von ihnen aus.

Lara ließ sich mit einem Seufzer auf den Boden fallen und auch die anderen Schwestern folgten nach einer kurzen Begrüßung der Ki’Kara ihrem Beispiel und setzten sich zu den Panthermädchen. Jules Schaute auf eines der dicken Felle am Boden und lächelte: "Eine gute Wahl hier her zu kommen." Mit diesen worten streckte sie die Schmerzenden Beine aus und wärmte ihre Füße am Feuer.

Okami stellte inzwischen alle Pyrana den Ki'Kara vor. Schlielich war sie bei Cori angekommen und meinte: "Nun, Luq, Cori kennst Du ja bestimmt."
Während die Krähe sich auf einen Baumstumpf setzte nickte Luq: "Ja, natürlich kenne ich sie. Was verschafft uns die Ehre des Besuches der Pyrana, geht es um Lissy?"
 
Die quirlige Okami fiel sofort wieder ein: "Luq ich glaube Du und Cori, ihr habt eine gemeinsame Freundin. Könnte das Lissy sein?"
Luqs Gesichtsausdruck verfinsterte sich: "Leider ist Lissy ist mir entkommen bevor ich sie für ihr freches Mundwerk bestrafen konnte. Sie meinte wirklich, ich würde auf meinen Knieen besser aussehen als auf meinen Füssen."
Cori hatte bereits vom Groll der großen Ki'Kara gegen die Se der Arquana erfahren, doch der Grund war ihr bisher unbekannt.

Die Krähe sah in die Flammen des Feuers und antwortete: "Nunja, Luq, Lissy ist zur Zeit nicht unser Problem, wir wollen in den Norden, weit hinauf in den Norden, und wir benötigen feste Kleider, Felle und Proviant um in die Länder des ewigen Eises zu reisen."
Die große Mutter der Ki'Kara fragte interessiert: "Wohin genau in den Norden?"
"Das wissen wir noch nicht, aber es muss sehr weit im Norden sein, dort wo die Monster leben die man in den Legenden und Geschichten als die Kur kennt."
 
Angel und Okami hatten inzwischen ein Fass gefunden und es mit der Erlaubnis der Ki'Kara angebort um nun mit langen Halmen den Inhalt aus dem Fass zu saugen. So wie es den beiden ehemaligen Piratinnen schmeckte schien es sich um Paga zu handeln. Eifrig forderten Sie die zurückhaltende Loo dazu auf mit an ihrem Gelage teil zu nehmen: "Loo willst Du da stehen bleiben oder soll ich Dünger suchen?"

Nun schaltete sich erstmals einen andere Ki'Kara ins Gespräch ein. Sie hatte rote Haare und saß auf einem Thronartigen Stuhl der aus risigen Knochen gefertigt zu sein schien. Cori vermutete dass es ich um die En der Ki'Kara handelte: "Im Norden leben die Thorwaldsländer, ich habe gute Kontakte zu einigen Clans. Was habt Ihr denn im Norden zu tun?"
Cori wollte nicht gleich die ganze Geschichte um die Leuchtblume enthüllen. Wenn die Pyrana schon die Gefahren der Reise auf sich nahmen dann hatten sie es auch verdient den Lohn für due Strapazen allein zu ernten. Die Ki'Kara passten ihr da als Unternehmenspartner nicht wirklich in den Kram, darum sagte sie nur kurz: "Wir müssen dort etwas erledigen." und hoffte dass die Panthermädchen nicht nachbohren würden.

Doch Luq schien den Braten zu wittern und bot an: "Cori, wenn wir Euch begleiten sollen, dann werden wir das gerne tun."

Die Erste der Pyrana beeilte sich abziwiegeln: "Oh wir bedanken uns für dieses Angebot. Eure Begleitung brauchen wir in einer anderen Sache, wenn es Lissy an den Kragen gehen soll. Das im Norden aber müssen wir alleine zu Ende bringen, aber wir brauchen dafür Felle und Proviant und einige Tage Eure Gastfreundschaft bis wir uns ausgeruht haben."
Luq nickte, sie hatte die Botschaft verstanden. Bei dem was den Pyrana bevorstand wollten sie allein sein: "Felle? Gut, von denen hab ich einige. Auch vom letzten Raubzug in das Norddorf."


Mother Luq links, die En DeeDe in der Mitte
Sheera, Selma, Loo und Jules, die in der Nähe saßen und dem Gespräch gelauscht hatten flüsterten leise: "Ich glaube die En meint das ernst und wir werden noch Schnee sehen.""Brr" machte Loo und schüttelte sich. Sie war bei den Wagenvölkern aufgewachsen und die Kälte nicht gewohnt.
"Ich mag die Kälte nicht." sagte auch Selma missmutig.
Auch Jules verzog das Gesicht als sie an die eisigen Stürme denken musste. Obwohl sie im Norden geboren war, hatte sie das warme Klima das Südens schnell schätzen und lieben gelernt.
Doch die En der Ki'Kara beruhigte die vier Pyrana: "Keine Angst, viele Monde sind vergangen und es ist nun fast Frühling."

Luq erhob sich nun was das Zeichen war, das sie etwas zu sagen hatte. Alle anderen gespräche verstummten augenblicklich: "Nun, Cori von den Pyrana, unser Camp ist euer Camp. Ihr habt unser Gastrecht, Ihr dürft hier verweilen, ausruhen und in unserem Wald jagen."
Cori stand nun ebenfalls auf, verneigte sich leicht und sagte: "Ich spreche für meinen Stamm wenn ich unseren Dank ausspreche."

Damit waren die Formalitäten geklärt. Nun wurde gegessen. Die Taluna der Pyrana holten ihre aller letzten Vorräte hervor die sie noch aus dem Süden mitgebracht hatten und teilten sie mit den Ki'Kara, während die Ki'Kara sich nicht lumpen ließen und ebenfalls auftsichten was ihre Vorräte hergaben.
Für die Taluna aus dem Süden war es ein Genuß endlich einmal wieder nach Herzenslust essen zu können und nicht sparen zu müssen.

Bald schon saß man in kleinen Gruppen beieinander und tauschte Rezepte, Jagdpraktiken und Geschichten aus. Dabei erzählte Mutter Luq auch die Geschichte die dazu geführt hatte, dass sie nun so einen Groll auf Lissy von den Arquana hatte: "Lissy bekahm mich mit einer List in die Finger als sie bei den Asgards im Norden lebte. Sie nannte mich eine Verräterin, dabei hatte sie doch den Wald und unsere Art des Lebens verraten. Sie lebte als freie Gefährtin mit einem Thorwaldsländer zusammen und wagte es, mich eine Verräterin zu nennen. Sie peitschte mich aus und folterte mich, sie kettete mich sogar nackt an, aber gekniet habe ich nie. Am Ende verkaufte sie mich für ein Spottpreis."

Loo und Cori hörten die Worte der Frau die in den Wäldern eine Legende geworden war und so viele ihrer Worte glichen dem was Loo wiederfahren war. Lissy und Micha waren damals als Sklavinnen in Skjaldir gefangen gewesen, sie hatten es genossen an den Ketten der Nordleute zu sein, sie hatten sich ihnen mit ganzem Herzen unterworfen, daher hatten sie auch nur Hohn und Spott für die Pyrana übrig gehabt als Loo mit ihrem Spährtupp das dorf überfallen hatte und hatten die Chance zur Flucht, welche die Pyrana ihnen zweifelsfrei eröffnte hatten nicht genutzt.

Später dann, nachdem ihre schwestern Lissy und Micha in die Wälder zurück geholt hatten, schämten sie sich ihrer Hingabe zu den Thorwaldsländern und einfach behauptet, das Loo, die hilfsbereiteste und loyalste Jägerin, die es nichmal fertig brachte eine gefangene Feindin an einen Mann zu verkaufen, dass diese Loo die Schuld getragen habe an ihrem langen Leid in der Sklaverei.

Hätte Cori vor ihrem Zusammentreffen mit Lissy von dieser Geschichte gewusst, vielleicht hätte sie sich auf der Brücke doch anders entschieden. Denn zumindest in den Augen der Ki'Kara hatte Lissy nicht mehr das Ansehen eines Opferverrs. Zumindest die Ki'Kara hatten die Bestie in Lissy erkannt.

Schließlich zogen alle sich zur Nacht zurück. Die Ki'Kara in ihre Hütten und die Pyrana in ihre Zelte, oder in eine Hütte die als Lagerstelle diente. Cori lag lange auf ihrem Lager und schaute an die Decke. Wer war diese Lissy? Wie listenreich musste sie sein um sich die Gefährtenschaft eines Nordländers zu erschleichen? Neindvoll bemekte Cori wie sehr auch sie, einen Mann vermisste. Einen Mann der bereit war sie aus dem Dreck und Staub des Urwaldes heraus zu holen, ihr ein Heim bot, ein zu Hause und eine Gemeinschaft. Vielleicht sogar bereit war sich ein Kind von ihr schenken zu lassen.

Doch dem entgegen standen die schrecklichen Erinnerungen an einen Abend den Cori angebunden in einer Lang Halle erlebt hatte. Es war eine reine Machtdemonstration und Rache eines einzelnen Nordländers gewesen, doch nach diesem Abend hatte Cori keine Frau mehr sein wollen.

Wenn Lissy sich freiwillig einem dieser Nordmänner hingab, dann verriet sie in der Tat, all die Mühen und Anstrengungen, all das Leid und die Entbehrungen die ihre Schwestern und alle Panther und Taluna jeden Tag auf sich nahmen um in begrenztem Maße ein Leben in Freiheit führn zu können. Das alles hinterging Lissy wenn sie sich diem Nordmann freiwillig angeboten hatte um sich so in sein warmes und gemachtes Haus einzuschleichen. Und als wäre das nicht schlimm genug hatte sie abermals eine ehrbare Jägerinn für ihre Schwäche und ihre Schande leiden lassen.

(...und es geht weiter!)

P.S.: Ein schönes und kurzweiliges RP mit den Ki'Kara, so langsam nehmen alle Konflikte in diesem Handlungsfaden gestalt an und nun scheint alles vorbereitet zu sein für das große Finale im Norden. Werden die Arquana die Pyrana verfolgen? Wird Cori bereit sein Lissy zu vergeben und wer wird das Rennen um die Leuchtblume gewinnen? Zur Zeit scheinen die Pyrana vorn zu liegen, doch schon mancher sicherer Siege ist kurz vor der Ziellinie noch zu Fall gekommen. Es bleibt also spannend... 

Sonntag, 8. März 2015

Im Land des Feindes

(Was bisher geschah...)

Nachdem Cori in die stillegelegte Leuchtkristallmine zurückgekehrt war, berichtete sie den Schwestern von ihrer Entdeckung. Vor ihnen lag tatsächlich das ausgedehnte Jagdrevier der Sa me Arquana. Dass sie Lissy getroffen hatte, die ärgste Feindin der Pyrana, verschwieg Cori. Die meisten Schwestern hatten den Krieg nicht miterlebt, sie würden die Geschichte nicht verstehen. Nur Loo berichtete sie davon. Loo hatte sich alles schweigend angehört und auch als Cori geendet hatte nichts gesagt.

Nun saßen die Pyrana beisammen und nahmen ihr Frühstück ein. Die Frage die es nun zu klären Galt wurde von Cori formuliert: „Wie wollen wir es machen? Wollen wir uns versuchen heimlich hindurch zu schleichen, wollen wir ganz offensichtlich ihr Gebiet durchqueren und es auf einen Kontakt mit ihnen ankommen lassen oder wollen wir veruschen ihr Revier zu umgehen? Das kostet uns allerdings mindestens zwei Hand zusätzlich.“

Eine Arquna auf Wache in der Nacht
Die Schwestern wussten nicht so Recht eine Antwort auf diese Frage nur die junge Tooth bemängelte dass zwei Hand eine ganze Menge zeit wären. Die En wartete eine Zeitlang ab und als sich sonst keine Schwester zu Wort meldete fragte Cori nach und die Gereiztheit in ihrer Stimme ließ keinen Zweifel daran wie sehr sie das Thema beschäftigte: „Hat sonst noch eine Schwester eine Meinung dazu?“
Nun beratschlagten die Jägerinnen leise und nach langer Unterhaltung entschied man sich möglichst unbemerkt den direkten Weg durch das Territorium der Arquana zu versuchen.
Nachdem die Entscheidung gefallen war, packte die Gruppe erneut ihre Ausrüstung zusammen. Einige Jägerinnen wurden beauftragt so viele Leuchtkristalle aus dem Gestein zu brechen wie es ging, damit die Pyrana sie auf der weiteren Reise als Zahlungsmittel verwenden könnten.
Dann ging die Wanderung erneut los. Der Laurius verzweigte sich vielfach und oft mussten die Waldbewohnerinnen durch Seitenarme des Flusses waten oder auf umgestürzten Bäumen auf die andere Seite balancieren.

Nach zwei Tagen hatten sie die nördlichen Sümpfe erreicht. Ab hier begann das Land der Arquana. Das Gelände wurde zunehmend Morastiger, Bodennebel lag in den Senken über dem brackigen stillen Wasser der Sümpfe hier und da erhoben sich einzelne kleinen Baumgruppen und das Unterholz bestand aus dornigem Gestrüpp.

Cori hatte während ihrer Erkundung eine freie, ebene Stelle gefunden die sie als Lagerplatz für die Nacht aufsuchen wollte. Die Nacht war lange herein gebrochen als die Pyrana diesen Platz erreichten. Aus Furcht die Arquana auf sich aufmerksam zu machen verzichteten die Südländerinnen darauf ein Feuer zu entzünden und begnügten sich damit kalte Streifen von Tabukfleisch essen.

So rasch es im Dunkeln ging bauten sie ihre Zelte auf und Lara und Tooth wurden ausgeschickt um die Gegend zu erkunden. Cri wusste nicht genau wo das Lager der Arquana war, aber sie wollte sicher sein dass sie nicht direkt vor der Haustür ihrer ärgsten Feinde campierte.

Während die beiden Späherinnen unterwegs waren, wickelten sich die anderen in ihre Decken ein, unterhielten sich leise und lauschten angestrengt auf jedes rascheln und Knacken im Unterholz. Nach einiger Zeit kamen die Späherinnen zurück und berichtete dass sie das Lager der Aquana auf einer kleinen Anhöhe entdeckt zu haben glaubten, es war von drei Seiten von einem See eingeschlossen und nur schwer zu erreichen. Man glaubte aber nicht dass die Pyrana entdeckt worden waren.

Diese Hoffnung zerschlug sich rasch als Loo plötzlich in der Dunkelheit eine Gestalt ausmachen konnte. Ein Mann kauerte im Gebüsch und hatte die Pyrana offensichtlich gesehen. Leise machte Loo Cori auf ihn aufmerksam. Cori gab mit Fingerzeichen kurz anweisung den mann zu flankieren und einzukreisen, doch sobald Okami und Lara sich entfernten um den Mann zu umgehen, ergriff dieser die Flucht. Lara, Cori und Loo setzten ihm nach und erkannten, dass er schnurstracks auf das Arquana-Lager zusteuerte. Sie waren also entdeckt worden!
Hastig kehrten die drei zu ihrem Lagerplatz zurück. Hier war inzwischen alles in heller Aufregung, Zelte wurden hastig abgerochen und Ausrüstung mehr schlecht als recht verstaut. Hastig liefen die Jägerinnen los wobei jede den Rucksack ihrer Vorderfrau anfaste damit sich die Gruppe in der Dunkelheit nicht verlor.

Wenig später erreichten sie einen Hügel der eine Abbruchkante zu einem weitren Flussarm hin hatte. Unter der Böschung versteckten sich die Pyrana. Würde der Arquanasklave wieder kommen? Hatte er seinen Herrinnen Bescheid gegeben und schwärmten sie nun aus um nach den Pyrana zu suchen? Noch war die Dunkelheit ihr größter Verbündeter, doch die Nacht würde nicht ewig andauern.

Versteckt vor den Augen des Feindes
Tatsächlich hörten sie bald darauf leise Schritte. Lara spähte um die Böschungskante und erblickte den blonden Sklaven. Es war genau der für den Rampel vor einigen Tagen so ins schwärmen geraten war. Er schien nach den Pyrana zu suchen. Lautlos machten die Pyrana die im Schutz der Böschung kauerten ihre Speere und Bögen bereit. Der Unfreie lief auf dem Hügel herum und schien sich nicht bewusst zu sein in welcher Gefahr er sich bewegte. Doch das Spiel wahr gefährlich, wenn sich die Jägerinnen entscheiden den Späher der Arquana auszuschalten dann musste ihnen das in kurzer Zeit gelingen bevor der Mann rufen konnte oder gar entkommen und sei Heimatlager erreichen konnte.

Nach einer scheinbaren Ewigkeit, dreht sich der Sklave um und trottete Heim, die Pyrana folgten ihrem Weg nach Norden und als der Morgen graute, hatten sie das Gebiet der Arquana verlassen.  



P.S.: Obwohl das RP zu dieser Episode noch etwas ausgedehnter war, fehlt mir die Zeit alles exakt aufzuschreiben. Schade war dass die Arquana an diesem Tag eine Schwester befreien mussten und daher nicht wirklich auf unser RP eingehen konnten.

„Weinet und wünschet Ruhe hinab, in uns'rer Schwester kühles Grab!“


In großer Trauer informiere ich Euch heute über den Tod unserer langjährigen Mitspielerin, Freundin und Stammesschwester Gita „Nura“ Insham. Sie verstarb Ende des letzten Jahres plötzlich und unerwartet. Sie wird uns fehlen.

Unser Gedanken sind bei ihrer Familie im realen Leben, bei ihren Freunden und Weggefährten. Wir erinnern uns an die schöne Zeit, die wir mit Nura verbringen durften, an die gemeinsamen Abenteuer die wir mit ihr erlebten und die tiefsinnigen Gespräche die sie mit uns geführt hat.

Wir vergessen Dich nicht, Nura! 


P.S.: Für Nura findet heute um 20:00 Uhr eine OOC-Gedenkfeier auf Talunaland statt. 

Samstag, 7. März 2015

Auf einer schmalen Brücke

(Was bisher geschah...)

Cori schwirrte der Kopf. Schon seit Tagen. Die Reise der Pyrana hatte sich dem Gebiet genähert indem die Arquana lebten. Die Arquana, Coris Manetakel. Mit der alten En, Xenia, hatte sie sich darauf geeinigt den Kontakt zwischen den Stämmen auszusetzen. Wann immer die Pyrana was mit den Arquana zu tun gehabt hatten, hatte es Streit und blutige Nasen gegeben und, bei allen Priesterkönigen, die Pyrana hatte sicher mehr Blut vergossen.

Cori hatte sich selbst als Späherin eingeteilt und war den Pyrana mehrere Tage voraus gereist um zu erkunden ob die Route sicher sein würde, die sie in den Norden einzuschlagen gedachte. Ob es Zufall gewesen war oder ob ihr Unterbewusstsein sie her geführt hatte konnte Cori nicht sagen. Seit die Arquana mit dieser lächerlichen Forderung wieder in das Leben der Pyrana eingegriffen hatten und sich mit altgewohnter Stärke durchgesetzt hatten kreisten Coris Gedanken stetig um die Jägerinnen aus den nördlichen Sümpfen. Sie träumte von ihnen und jedes mal wenn sie nur den Namen der Arquana hörte überfluteten ungute Erinnerungen ihren Geist.

Ziellos wanderte die En der Pyrana umher. Sie hatte keine Kraft mehr. Die Aufgabe, das Gebiet zu erkunden, nahm sie schon seit Tagen nicht mehr richtig wahr. Sie wanderte einfach unsteht von Hügel zu Hügel während ihre Gedanken immer wieder um die Arquana kreisten. Die Arquana, was immer Cori anstellte, sie stand stets noch tiefer bei den Arquana in der Kreide als zuvor.

Plötzlich sah sie eine Bewegung. Nur im Augenwinkel und nur den Bruchteil einer Ihn, aber die vom jahrelangen Leben in der Wildnis geschärften Sinne filterten für Coris Bewusstsein sofort heraus, das diese Bewegung kein natürliches Phänomen war.

Um besser sehen zu können trat Cori an die Abbruchkante des Hügels auf dem sie gerade stand. Alles war ruhig unter ihr lag eine verlassene Handelsstraße dahinter eine weitere Hügelkette die mit einigen schlanken Bäumen bewachsen war. Erst jetzt wurde Cori bewusst wie nah am Revier der Arquana sie sich bereits bewegte. War die Bewegung im Wald von einer Arquna-Jägerin verursacht worden?

Da sie keine Person entdecken konnte kehrten sofort ihre Gedanken wieder zurück. Angespannt kaute sie auf ihrer Unterlippe herum. Und hastig wischte sie sich eine Träne aus dem Gesicht, sich einredend dass diese nur dem Winde geschuldet war und nicht etwa ihrer inneren Zerrissenheit: "Warum?" murmelte sie, "Warum kommst Du immer wieder her? Hier findest Du nichts als Demütigungen, du hast sie Dir schon sooft hier abhegholt...du braust das nicht". Kaum konnte sie selbst ihre Worte verstehen, so leise murmelte sie.

Doch da war noch die andere Stimme in ihrer Brust die sagte: "Doch Cori...Du musst hier her kommen. Hier ist dein Platz denn hier entscheidet sich dein Schicksal. Selbst wenn Du die beste En der Pyrana bist wird sich erst hier entscheiden ob du das größte Larl im Wald bist, oder nur ein Giani unter vielen im Käfig der Arquana…". Urplötzlich hielt sie Inne. Da war sie...direkt unter ihr auf der Straße, sie war hinter einem Baum hervor gekommen und steuerte auf die Brücke zu, die den nahegelegenen Bach überspannte, eine Arquana, Cori erkannte sie sofort.

Es war Lissy. Eine der letzten von den Arquana die den alten Krieg noch mitgemacht hatten und die Arquana die den Pyrana die größte Demütigung des ganzen langen Kampfes zugefügt hatte. Hastig lies sich Cori auf ihre Hüfte fallen und rutschte den Hang hinunter, wobei sie auf der Straße zum stehen kam.

Lissy blieb wie angewurzelt stehen, als wäre sie zu einer Salzsäule erstarrt. Stock steif stand die Se der Arquana auf der Brücke und scheinbar eine Ewigkeit war nur das Plätschern des Wassers zu hören und das leise Knarren der Brückenseilung.

Die Pyrana blickte auf Lissys Rücken. Die Arquana war reglos stehen geblieben. Hatte sie Cori erkannt? Wusste sie wer da hinter ihr auf die Straße getreten war? Wie lange hatte Cori auf diesen Augenblick gewartet? Jahr um Jahr hatte sie um diesen Augenblick gebetet, Jahr um Jahr war er ausgeblieben. Sollte das der Moment sein indem sich ihre Rache erfüllen würde, hier, heute, auf dieser morschen Brücke? "Tal, Lissy." sagte sie leise und doch hatten ihre Worte die Schärfe eines Kristalls.

Die Arquana trafen die Worte wie Speerspitzen. Es war mehr als der einfache Gruß eines Händlers oder einer Jägerin. Es war ihr Todesurteil, was sie vernahm und so fand sie sich just in diesem Moment des Schreckens auch damit ab und dreht sich noch immer nicht um sondern verharrte mit dem Blick auf dem nahegelegenen Waldsaum und raunte tonlos "Tal Cori, Anführerin der Pyrana".

Cori sah die Reaktion von Lissy. Das war nicht die Lissy die sie kannte. Die Lissy die den Tod verdient hatte war eine durchtriebene Schlange, eine Bestie die einstmals Loo aus purer Gedankenlosigkeit und Überheblichkeit gequält hatte. Die Frau auf der Brücke wirkte wie ein Opferverr, dass sich schon längst in sein Schicksal ergeben hatte. Doch der Schein konnte trügerisch sein Entweder versuchte Lissy Cori in eine Falle zu locken oder aber sie würde sich tatsächlich nicht wehren.

Lissy atmet tief ein und wieder aus und sagte: „Willst du mich töten, Cori, bist du deshalb hier?“
Cori schnaubte und nur ein leichtes Zucken ihrer Augen verriet die Gedanken hinter ihrer Stirn. Wenn Lissy ihr eine Falle stellte und sie abermals mit ihrer Rache scheitern würde wäre das mehr als beschämend. Allerdings war es auch keine Heldentat eine Gegnerin von hinten mit dem Speer zu erstechen. Sie musste heraus finden was Lissy dachte: „Warum sollte ich dich töten?“
 
„Du hasst mich, Cori. Du hast es neuerlich erst gesagt, als du bei uns im Lager warst. Die Geschichten waren alt, so alt wie die Bäume um uns herum, doch dein Hass ist so jung wie ein Boskkälbchen, was blutig im Stroh liegt. Mich zu töten gebe Dir Genugtuun? Damit wäre die schuld abgegolten, ist es nicht so?“ fragte Lissy.

Das also ist war Lissy’s Taktik. Sie tat wehrlos und zahm. Sie bot sich als als Opfer gerade zu an. Welch Unmensch wäre Cori das auszunutzen? Aber genau das war Lissys Plan durch ihre unterwürfige, schicksalsergebene Haltung machte sie sich als Beute für Cori unattraktiv und sie wusste das ganz genau. Was für eine gerissene Ost diese Lissy doch war. Sie spekulierte darauf das Cori dieses Opfer nicht annehmen würde. „Welche Schuld sollte das sein? Ihr habt mir Wasser gegeben meine Wunden versorgt und auch kürzlich wart ihr Großmütig zu mir. Welche Schuld sollte mich auf Rache sinnen lassen?“

Lissy holte erneut tief Luft, drehte sich langsam um sah Cori an, die noch immer aussah, wie sie sie kannte. Die äußeren Wunden waren verheilt, sie trug einfache Felle des Waldpanthers und ihr Stand auf dem Boden war schlaksig. Sie schaute Cori in die Augen, um endlich mal zu ergründen, wer diese Cori wirklich war. „Die Schuld, die Du mir noch immer nachträgst, die in deinen Augen Ungerechtigkeit an Loo. Du sagtest es selber, es waren deine Worte in unserem Lager: Ich werde lieber drei Jahre in Sklaverei gehen, als Lissy das zu verzeihen."

"Und..." fragte Cori nur: „....bist Du schuldig?“

Coris Augen waren so blau wie die Thassa. Doch diese Augen waren nicht frei von Schuld, Lissy sah in diesen Augen viel Leid und auch Leid dass sich in Hass verwandelt hatte und  antwortete: „Hier ich stehe vor Dir. Räche Dich an mir, tu was du willst. Die Frage wird nur sein, ob es Dir zur Ehre gereicht? Die Dinge sind so, wie du sie ordnest, Du hast viel Macht, Du hast einen guten Stamm, du hast Sheera.“ Bei den letzten Worten hatte sich ein Ton der ehrlichen Zuneigung in Lissys Stimme gemischt.

„Ihnen allen musst du dann berichten, oder wirst Du berichten. Weil es dich ja ehren soll, doch überlege, Cori, ob das die Ehre ist, die du willst?“ fuhr Lissy fort.
Cori schüttelte den Kopf: "Das beantwortet nicht meine Frage. Meine Frage war ob Du schuldig bist?"
Lissy ging einen Schritt näher, ihre Augen noch immer den mit denen von Cori verschmolzen: „Wird es Dich ehren, ist es das was du unter Ehre verstehst?“
„Nein Lissy. Das ist es nicht. Zwei Dinge könnten mir zu Ruhm gereichen. Wenn Du dich auf nicht schuldig bekennst, es alles abstreitest und unsere Klage verhöhnst, dann könnte ich Dich jagen, Dich nach einem harten Kampf vielleicht besiegen und Dir dein Leben nehmen. Jemand der eine Bestie tötet ist ein Held, jemand der ein wehrloses Opferverr tötet ist im besten Fall ein Schlächter. Das Zweite was mir zur Ehre gereichen könnte, wäre wenn Du deine Schuld eingestehst und Dir ihrer auch bewusst bist. Denn dann sollte Dein eigenes Ehrgefühl Dir verbieten weiter mit dieser Schande leben zu wollen. Würdest Du also aus eigenem Schuldgefühl heraus den Tod suchen, wäre es eine ehrenvolle Tat Dich in die Stadt des Staubes zu schicken. Und darum ist meine Frage so wichtig, ob Du dich selbst für schuldig hälst?“

„In deinen Auge bin ich schuldig, in meinen Augen und für mein Befinden bin ich nicht schuldig. Schlußendlich entscheidet das heute hier Diejenige, die den schnelleren Bogen hat. Daher war meine Frage, ist deiner Ehre damit Genugtuung getan?“ sagte Lissy wohl wissend, dass sie den Kürzeren ziehen würde in einem Schusswechsel. Ich würde heute die rolle es wehrlosen Opfers einnehmen, dachte sie,  „Ich stehe hier auf einer morschen Brücke und rede mit dir, ganz friedlich, so wie es zwei Händler auf dem Markt von Ar tun und ich wiederhole es noch mal. Nein, ich fühle mich nicht schuldig, an was auch? Das mich Loo zurück lies in der Sklaverei? Das mich Rih in die Seite trat und mir meine Kleider nahm, auf das ich erst Erfrierungen an den Füssen und dann Verbrennungen bekam, weil die beiden in Skladir Feuer legten?“

„Habt ihr Loo damals zu verstehen gegeben wer ihr seid und das ihr Hilfe braucht? Hatte Loo denn eine Möglichkeit zu erkennen wen sie vor sich hatte? War es nicht deine Hand die die fesseln der Nordfrauen löste? Hast Du nicht ihre Wunden versorgt anstatt mit deiner Schwester zu einfach zu fliehen? Das Tor war offen, der Feind besiegt. Ihr hättet nur gehen brauchen. Warum seid Ihr nicht gegangen?“

„Cori, was spielt das heute noch für eine Rolle? Das Ergebnis ist das, was zählt. Ich stehe jetzt hier, unversehrt, bis auf ein Brandzeichen und Loo liegt in deinen Lager, friedlich in den Fellen, es ist einfach Geschichte. Lass sie ruhen, alte Dinge ausgraben, war noch nie gut. Viele Dinge sind einfach so, weil sie so sind, wie sie sind. Es zählt das Ergebnis, lass die Vergangenheit ruhen.“ Lissy schaute die Pyrana eindringlich an. „Machen wir neue Dinge, die uns zu Ruhm gereichen und sehen, wer besser darin ist.“

„Es spielt eine verdammt große Rolle, Lissy! Denn selbst wenn Du Recht haben solltest und Loo Euch wirklich hätte helfen können, weil Ihr sie darum gebeten habt, weil ihr sie irgendwie habt wissen lassen, dass Ihr da weg wollt, dann mag dein Vorwurf berechtigt gewesen sein, doch dann hättet Ihr wenigstens so fair sein können und Loo anrechnen können, dass sie Sal an dem Tag als Ihr sie gefangen habt geholfen hat. Sie hat Sel geholfen, die bereits von einem Fremden in euerm Wald überwältigt worden war. Ich höre immer nur lass doch die alten Dinge ruhen. Ich lasse so vieles Ruhen, die Schande von Turia trage ich Euch nicht mehr nach. Die Spionin Teti trage ich Euch nicht mehr nach, Xenias Frevel, Männer für Euch kämpfen zu lassen, trage ich Euch nicht mehr nach, doch wer zu gutmütig ist wird schnell ausgenutzt!“

Lissy ging vier Schritte auf Cori zu und schaut sie kritisch an. Die beiden Jägerinnen standen sich nun Auge in Auge gegenüber: „Cori, was spielt das noch für eine Rolle? Was würde das ändern, wen ich jetzt hier auf die Knie fallen und um Gnade betteln würde, wie eine Kajira? Wen interessiert das? Die Waldgeister? Nein! Die haben ihr eigenes Urteil darüber gefällt und da ich noch hier weile, war es wohl positiv. Dein ganzer Groll entlädt sich im Moment an mir, es schmerzt mich und ist eine Last für mich. Vielleicht war das der Grund, warum mich die Waldgeister heute hier her riefen. Hör auf damit Cori, gib Ruhe. Du bist eine gute Anführerin, ein Idol in so mancher Leute Augen und auch ich schätzte Dich.“

Cori musste nun wirklich schmunzeln: „Mach Dich nicht lächerlich Lissy, hättest Du mich so sehr geschätzt hättest Du mich angehört bevor Du Loo misshandelt hast. Ich will nicht, dass Du um Gnade winselst und ich für meinen Teil glaube auch nicht an die Waldgeister oder die große Mutter oder was sich manche Jägerinnen sonst in ihren Nächten zusammen phantasieren. Ich glaube an die Priesterkönige in ihren Zitadellen in den Tiefen der schwarzen Berge von Sadar. Mein Groll schmerzt Dich? Dann scheint er Dich nicht sonderlich stark zu schmerzen. Wie viele Jahre hattest Du Zeit um dieses Gespräch mit mir zu suchen? Zwei, drei, vier? Nein Lissy, in meinen Augen bist Du noch immer schuldig. Schuldiger denn je vielleicht, denn Du verstehst bis heute nicht was ich Dir eigentlich vorwerfe. Aber mach Dir keine Sorgen, Dein Leben endet heute nicht. Wenn ich meine Rache nehme, dann sollst Du Dich wehren mit allen Mitteln die Dir zur Verfügung stehen und ich bete zu den Priesterkönigen, dass sie mir an diesem Tage beistehen werden.“

Lissy zog ihren Kopf zurück und sagt ernst: „Verhöhne nicht meine Waldgeister! Ich fühle mich nicht schuldig, die Dinge sind damals einfach so passiert, wie sie waren. Ich muss auf mein Lager, ich danke dir, das du mich ziehen lässt. Ja, vielleicht sehen wir uns wieder, so es die Priesterkönige wollen. Deine Rache wird Dir sein, aber bedenke, ob es Dir zur Ehre gereicht. Ich bin in vielen Köpfen das Verr,“ hier schmunzelte sie gewitzt „....es wird Dir niemals zur Ehre gereichen.“ Sie straffte sich um Heim zu gehen.

Doch Cori hielt sie auf: „Du bist die Bestie und Dein Auftritt heute wird das nicht zu ändern vermögen...mögen deine Wege Sicher sein. Es wäre zu schade wenn eine andere Klinge durstiger auf dein Blut wäre als meine.“

Lissy brummte: „Du machst einen Fehler, Cori. Ich würde Dich gern in die Welt der Sanftmut einführen und glaube noch immer, dass Du kein schlechter Mensch bist. Das zeigt mir die Wertschätzung, die du Loo entgegen bringst. Ich bin nicht anders, nur das ich auf der anderen Seite stehe.“ Damit wandte sich Lissy ab, doch im Vorbeigehen berührte sie mit ihren Fingerspitzen noch einmal kurz Coris Wange, glaubt sie doch noch immer an das Gute in der Pyrana-En.

Cori blickte der großen Arquana lange nach. Was hatten diese albernen Worte von Sanftmut zu bedeuten? War das was sie mit Loo gemacht hatte Lissys Vorstellung von Sanftmut? War die Dominanz welche die Arquana den Pyrana an diesem Tag, vor so vielen Jahren demonstriert hatten ihre Vorstellung von Respekt?

Und ging es hier wirklich nur noch um Schuld und Vergebung? Heiße Tränen schossen Cori in die Augen als ihr klar wurde woher ihre Zerrissenheit rührte. Genau wie Nicy, die Gründerin der Pyrana strebte Cori danach sich die Anerkennung ihres Mutterstammes erkämpfen. Die Gründerinnen der Pyrana Nicy, Yuna und Kati waren einst selbst Arquana gewesen und obwohl die Trennung im Streit erfolgt war, hatten die Arquana stets darauf geachtet, dass sich Mütter und Töchter stets an ihre Rollen hielten. Aber Cori weigerte sich stets die brave Tochter der Arquana zu sein. In ihren Augen hatten die Pyrana die Arquana längst übertroffen, denn so viele ihrer Prinzipien hatten die Arquana in all den Jahren über Bord geworfen während Cori und die Pyrana viel Leid erduldet hatten, um an ihren Prinzipien fest zu halten. Cori wollte den ehrlichen Respekt der Arquana. Doch hatte Lissy nicht gesagt dass sie Cori respektierte? Selbst wenn, Was Lissy und die anderen Arquana gelgentlich äußerten war nicht mehr als salbungsvolle Worte die darauf zielten die Gemüter der Pyrana zu beruhigen. In all den Jahren war nie eine Arquana gekommen und hatte den Rat der Pyrana eingeholt. Und nein, es war auch nicht Respekt den Cori wollte. Cori wollte dass die Arquana die Pyrana fürchteten, so wie die Pyrana jahrelang die Arquana gefürchtet hatten.

Lissys Tod würde sie diesem Ziel nicht näher bringen. Egal welche Beweise sie auch haben mochte, Lissy würde das wehrlose Opfer und Cori die niederträchtige Mörderin sein in den Augen der Arquana und somit in den Augen all ihrer Verbündeten. Selbst Loo, die den größten Schaden zu tragen gehabt hatte, würde Lissys Tod nicht begrüßen. Wenn Cori Lissy tötete würden die Schleusen der Unterwelt sich öffnen und Heere von Panthermädchen und Talunas würden blutige Rache an den Pyrana nehmen. Doch nichts zu tun und es auf sich beruhen zu lassen, hieße die Dominanz der Arquana anzuerkennen und die eigene Schwäche einzugestehen.
Es gab kein Entrinnen, keine Lösung. Die Arquana waren Coris Manetakel und tief in ihrem Inneren wusste Cori, dass sie an ihm verzweifeln würde.

(und es geht weiter...)

P.S.: Ich danke an dieser Stelle Lissy Giha herzlich, die dies RP mit mir so ausführlich gespielt hat, dass ich weite Teile direkt in den Text übernehmen konnte. Wer sich für das Ereignis Interessiert auf das in dem Text Bezug genommen wird, der möge unbedingt in Lissys Blog "Die Reise in die Vergangenheit" lesen.

Freitag, 6. März 2015

Mir fällt auf...

…dass irgendwie immer weniger gebloggt wird. Selbst Gruppen in denen noch immer was los zu sein scheint, hüllen ihre Blogs in eisiges Schweigen. Man kann das manchmal ganz gut an dem Blog über Rollenspiel-Blogs, auch als Roleplay-Blogs bekannt ablesen.
Von über 50 gelisteten Blogs haben gerade mal sieben innerhalb der letzten Woche neue Veröffentlichungen.
En’Kara, Kasra, Jort’s Fähre…überall scheint so eine Art Musen-Streik zu herrschen, auch aus der versammelten Schar der Nordland-Sims ist weitgehend nur noch Ruhe zu verzeichnen. Hoffen wir mal, dass alle so mit RP beschäftigt sind, dass sie nicht mehr zum bloggen kommen.  
Schad ist‘s .