Freitag, 18. Juli 2014

Die eigene Ohnmacht

Das Gefühl dass mich beschleicht wenn ich über Secondlife nachdenke, lässt sich am ehesten mit Ohnmacht beschreiben.
Es sind so unglaublich viele Dinge, wo zur Zeit einfach nichts vorwärts geht. Zum einen hätten wir da den Einfluss unserer Gruppe auf Südland. Dieser tendiert im vordergründig demokratisch, inoffiziell aber in einer Art Duodespotismus mit hegemonialem Anspruch geführten Spielraum, gen Null.

Dieses zeigt sich zum einen in der völligen Ignoranz der Südlandoligarchen gegenüber dem mehrfach aus den zentral lebenden Südlandgruppen gestellten Ansinnen, das Südlandregelwerk den modernen Gegebenheiten in Secondlife und dem aktuellen Spielstil anzupassen.
Auf anderen Sims läuft das so, dass jemand neue Regeln will, er macht einen Vorschlag, die Simleitung verändert alles ein bisschen und erlässt diese neuen Regeln dann per Dekret.
In Südland funktioniert das im Grunde genommen genau so, nur dass man dort noch, in dem Bestreben seinen Nimbus als guter Demokrat zu konservieren, diese unsägliche Einrichtung des Südlandrates ersonnen hat.

Unter dem Südlandrat versteht man ein Gremium welches sich aus einem Vertreter jeder in Südland ansässigen Gruppe, plus den beiden Südlandchefs zusammensetzt. Dieses Gremium soll nun über die Geschicke Südlands beraten und Anfragen auf ihre Sinnhaftigkeit prüfen (Hier die Frage: „Brauchen wir neue Regeln?“), Lösungsvorschläge erarbeiten und sie der Südlandleitung vorlegen ( In diesem Fall einen detaillierten Regelvorschlag, plus eine Ideensammlung welche Sachverhalte ein neues Regelwerk berücksichtigen sollte) und nach Bearbeitung dieses Lösungsvorschlag durch die Südlandleitung und nach Erhebung dieses Vorschlages zum Antrag, diesem Antrag statt geben oder ihn ablehnen. In unserem Fall soll Thor nun alle Vorschläge zusammen Fassen, daraus einen gesamt Vorschlag machen und den soll der der Südlandrat dann abnicken. Für den Fall, dass der Südlandrat aber nicht die gewünschte Entscheidung fällt, behält sich die Südlandleitung ein umfassendes Vetorecht vor.

Versteht mich nicht falsch: Das ist aus meiner sicht alles völlig in Ordnung, schließlich haben Thor und Nasty ja auch das Hauptrisiko wenn das Geld mal nicht rein kommt. So wie alle anderen Simowner auch. Daher steht ihnen nun mal irengendwie auch ein größeres Entscheidungsrecht zu. Nur, wird ein an sich guter König zu einem besseren König, wenn wer er behauptet in Wirklichkeit gar kein König zu sein sondern eigentlich ein Demokrat?

Das Problem ist, dass sich ein demokratisches System nicht auf ein Gebilde wie Südland anwenden lässt. Erstens entsenden längst nicht alle Gruppen ihre gewählten Vertreter in den Südlandrat, sondern den Gruppenchef. Gruppenchefs sind nahezu immer die Gruppengründer oder die Gruppenfinanzierer.

Es wird außerdem nicht berücksichtigt, dass die Gruppen sich in ihrem Realeinfluss auf das RP enorm unterscheiden. Egal ob meine Gruppe gerade mal zwei Karteileichen umfasst oder 20 hochaktive Spieler, beide Gruppen bekommen eine Stimme im Südlandrat. Dass der Südlandrat mit mindestens neun Mitgliedern obendrein noch ein enormes Problem hat einen verbindlichen Tagungstermin zu finden ist ohne große Phantasie auszumalen.

Und weil das schließlich alles so ist, liegt inzwischen seit mindestens 28.02.2013, also seit geschlagenen 17 Monaten unser Regelvorschlag vor, seit mindestens 16 Monaten hat der Südlandrat die Notwendigkeit für neue Regeln anerkannt und der Änderungsvorschlag des Südlandrates ist sein mindestens 15 Monaten bei der Südlandleitung vorliegend.

Mindestens zwei Oasengeburtstage sind inzwischen organisiert worden, es fanden außerdem jeden Samstag Discoabende mit DJ Emir statt, der sich ansonsten nur noch gelegentlich im Südland blicken lässt. Und eine große Taluna vs. Städter Schatzjagd wurde gerade so mehr recht als schlecht organisiert und verhalf dem Verbund an einem Abend zu traumhaften Tarficzahlen, nur die Regeln-Entwürfe wurden nicht abgearbeitet.

Insgesamt ist das wahrscheinlich gar nicht so schlimm, denn viele der Regeln werden sowohl von den Südländern, als auch ihren Admins schon um- und druchgesetzt. Zum Beispiel die Regelung dass man vor jedem Kampf ein Emote gemacht haben muss um sich auch der geistigen Anwesenheit seines Gegenspielers zu versichern. In den aktuellen Regeln steht davon freilich nichts, was von einigen der vielen „nerv“-Alts auch hinreichend ausgenutzt wird.

Somit sind mir als Südlandspielerin die Hände gebunden, wenn ich selbst auf so eine plumpe Art angegangen werde, gleichzeitig habe ich auch als Admin keine Handungsfreiheit weil die Regeln von Südland eben keine Grundlage bieten. Und als Gruppenchefin unserer Gruppe habe ich leider auch keine Handhabe, denn auf die Südlandleitung einwirken zu können, ist eine ähnlich naive Vorstelltung wie zu glauben, man könne einen Felsblock durch feundliche Ansprache dazu bewegen, ein Stückchen zu rutschen, damit man sich auch in die Sonne legen kann. Der Felsblock wird sich geduldig alles anhören und passieren wird nichts. Ein Schelm, wer da jetzt Paralleln sehen sollte.

Tragisch ist, das gerade eine kampforientierte Gruppe ganz essentiell davon abhängig ist, auf ein soliedes Regelwerk zurück greifen zu können und nicht eine, im IKEA-Duz-Comment gehaltene Sammlung von Worthülsen! Dieses Verschleppen von Änderungen führt unmittelbar zu Misserfolgen in unserem Rollenspiel und unseren Kämpfen, diese Misserfolge führen sekundär zu einem dramatischen Mitgliederschwund in Richtung des englischsprachigen Gors einerseits, denn da wird noch gekämpft und hin zu den Esoterikgruppen, die sich mit Teetrinken und Gemüsezucht befassen andererseits. 

Durch diese seit einem Jahr andauernd Verschleppung geht ( unter anderem ) unsere Gruppe in die Binsen. 

In diesem Sinne, hofft auf Besserung

Eure
Cori

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Cori, ich möchte nicht sagen das ich dich Kenne und das ist auch völlig Wertfrei. Was ich an dir Schätze ist die Kreativität und noch immer hallen mir deine Reime aus meinen Anfangstagen in den Ohren. Mit einem weinenden und lachenden Auge war es für mich ein Meilenstein in Gor.

Wie sieht es aus, wenn ihr eine namendliche Eingabe mach. Heftet die Änderungen an und lasst die Leute entscheiden. Ein Bsp. zu Punkt 1 Ja oder Nein und so weiter. Setzt dem Rat eine Frist.

Sollte die verstreichen, kann man sich entscheiden, gehen oder bleiben. Meines Wissens gibt es noch zwei halbwegs intakte Simverbände in Gor(deutsch).

Ehrlich, so war mir was an Südland liegt, dann muss man dem den Rücken kehren.

Vielleicht sind die anderen beiden Verbände nicht das gelbe vom EI, vielleicht überwiegen auch Punkte mit dem man sich arrangieren kann.

Tarja

Te-ah-tim-eh hat gesagt…

Mir ist ebenfalls schleirhaft, warum man ein schon rein unveränderlich technisch autokrates System wie die Simleitung mit pseudo-demokratischem Firlefanz verbrämen sollte. Im schlussendlichen Zweifelsfall kann man den Landowner/Landgruppenchef nicht überstimmen. Das ist folglich nicht demokratisch, sondern formalistisch-bürokratisches Beiwerk, das bestefalls dazu dienen kann Verantwortung zu verscheiern.

Nichts gegen Eingaben und Wünsche, aber die Owner entscheiden und setzen um, niemand sonst. Und, he, das ist auch genau das, was Thor höchstselbst sagt: "Simleitung ist hier da Kasra Südland ist die Südlandleitung. Und das sind Nasty Palen und ich. Sonst keiner. - Thor Tracer" ( http://feuerkrug.blogspot.de/2014/04/blog-vs-meinungsfreiheit.html - unter Kommentaren)

Und ja, klare Regeln sind wichtig. Man kann sich nur dann frei und ungezwungen bewegen, wenn man weiß, wo die Mauern und Abgründe sind.

Anonym hat gesagt…

Werter Te-ah-tim-eh (vielleicht auch Thor)

leider verstehe ich nicht alles was du zum Ausdruck bringen möchtest. Angenommen es entspricht alles so, wie es Cori beschrieben hat, sollte man dann als ausschlaggebender Entscheidungsträger soweit den Mut haben es klar und deutlich zum Ausdruck was man möchte und was nicht. Stellt sich die Frage warum Cori den Artikel so schreibt. Ein vertrösten oder aussitzen, so scheint es, ist Ausdruck einer Wertschätzung.

Nicht ganz Klar ist, ob es hier nur um die Pyraner geht, ein guter Index was die Mehrheit möchte wäre mein Vorschlag.

Cori'es angesprochene Beispiel:
einen Emote vor dem Beginn einer Kampfhandlung. Hier verstehe ich nicht warum so ein anliegen abgelehnt werden soll. Es tangiert noch nicht mal die Spieler die ihr RP in den Save Zonen, wie der Oase der Palmen, den Handelsposten oder Kasra spielen.

Eine Lösung könnte auch sein das es eine Ausnahmeregelung für Taluna Land gibt. In einem Sim Verbund geht man sogar soweit das jede Sim seine eigenen Regeln hat.


Sagt einfach das ihr den und den nicht mehr haben wollt und hört auf an die Gutmütigkeit dieser Leute zu appellieren für Südland L$ auszugeben. Denn bis jetzt scheint ihnen das Südland mehr am Herzen zu liegen als denen die die Regeln festlegen.

Also seit doch so nett und geht mit den Leuten so um wie auch ihr behandelt werden wollt.

Sagt offen was ihr wollt und was nicht, so kann sich jeder gleich entscheiden.

Für mich ist dieses Thema erschöpft diskutiert worden.

Tarja

Anonym hat gesagt…

Wenn gerade mal zwei Leute, die sich seit langem kennen, angeblich über 15 Monate Zeit für so eine Kleinigkeit brauchen - wo ich mir sicher bin, ab und an wurde auch mal nachgefragt - dann ist es im Grunde doch ganz simpel: die wollen das so nicht haben und sitzen es einfach aus.

Natürlich kann man sich dann fragen, wieso sie einfach nicht mal Bescheid sagen, was Sache ist.

Die interessantere Frage ist aber, wieso man so etwas mit sich über 15 Monate lang machen lässt und diese Verhaltensweise auch noch zusätzlich durch monatliche Mietzahlungen belohnt, wo es genügend andere Sims gibt, wo der Simowner hoffentlich kooperativer ist.

Cori Panthar hat gesagt…

Ineressante Frage, Bart.

Te-ah-tim-eh hat gesagt…

Tanja, ich bin ganz sicher nicht Thor Tracer und mein Kommentar ist als der jemanden zu verstehen, der schon lange nichts mehr mit dem Südland zu tun hat und nie auch nur ansatzweise in das Leitungsgeschehen involviert war, sondern als der eines Beobachters.

Und es geht hierbei lediglich um den Unterschied zwischen Vorgeblichem und technisch unveränderlichen Fakten, was die generelle Leitung einer Sim angeht.

Anonym hat gesagt…

Da muss ich Bart völlig recht geben: als ich deinen Beitrag las ging mir immer wieder durch den Kopf "Sim gibt es genug ... warum lässt man sich das gefallen ?"

Mieter einer Sim zu sein sollte sich nicht darin erschöpfen, dass man regelmäßig Zahlungen leistet und RP abliefert und damit dem Verbund Gutes tut.

Und die Aufgabe eines Owners sollte sich nicht darin erschöpfen Land zur Verfügung zu stellen, die finanziellen Notwendigkeiten zur Verfügung zu stellen/beizutreiben.

Diskussionen über den Verbund gibt es massig und ich frage die Meckerer mal ganz frech: warum habt ihr nicht den Arsch in der Hose den Verbund zu verlassen ... Habt ihr zu viel Kohle, dass ihr euch leisten könnt für Halbheiten zu zahlen ?

Wenn ihr fleißig weiter zahlt und spendet braucht sich nix ändern.
Denkt um und macht es wie die
Simleitung, die da offensichtlich nach dem rheinischen Motto

"Fer mei Geld bockt mei Gass (Geiss)"

agiert.


LG sendet Nati




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